Zwischen Jenbach und Mayrhofen liegen 32 Bahnkilometer, und dahinter fängt das Zillertal erst richtig an: Vier Seitentäler zweigen ab, das hinterste endet am Hintertuxer Gletscher. Für Ausflugsziele im Zillertal mit Kindern folgt daraus vor allem eine Rechnung — zwischen dem Taleingang bei Fügen und dem Gletscher liegt eine gute Autostunde. Wer die Ziele nach Talabschnitt sortiert statt nach Lust und Laune, spart sich einen erheblichen Teil der Fahrerei.
Erlebnissennerei Zillertal in Mayrhofen
Die Erlebnissennerei liegt in Hollenzen am Ortsrand von Mayrhofen und verarbeitet Heumilch. Der Betrieb ist eine arbeitende Molkerei und kein nachgebautes Museum: Durch die gläserne Manufaktur sieht man, was gerade läuft — Milchannahme, Butter, Joghurt, Käse, der im Reifelager liegt. Ein Audioguide führt durch die Stationen und ist in sechs Sprachen verfügbar.
Für Kinder ist der Schau-Bauernhof meist interessanter als die Produktion. Dort stehen Tiroler Grauvieh, Ziegen, Schweine und Hühner, dazu gibt es einen Mini-Traktor-Parcours, eine große Rutsche und Heu zum Hineinspringen. Beim Genusslöffeln probiert man sich an mehreren Stationen durch Frischmilch und verschiedene Joghurtsorten. Das Gelände umfasst rund 6.000 Quadratmeter, angeschlossen sind ein Ab-Hof-Verkauf und die Sennereiküche. Geöffnet ist täglich, auch im Winter.
Mit dem Dampfzug durch das Tal
Die Zillertalbahn fährt seit 1902 auf 760 Millimeter Spurweite zwischen Jenbach und Mayrhofen. Im Sommer schickt sie zusätzlich zum Linienbetrieb Nostalgiezüge mit echten Dampfloks und historischen Waggons auf die Strecke, unterwegs mit rund 35 km/h. Schon der Ausgangsbahnhof ist für zugbegeisterte Kinder eine eigene Sache: In Jenbach treffen drei Spurweiten aufeinander — die Achenseebahn mit Meterspur, die ÖBB mit Normalspur und die Zillertalbahn mit ihren 760 Millimetern.
Die drei Erlebnisberge
Drei Bergbahnen im Tal sind gezielt auf Familien ausgelegt, und sie unterscheiden sich deutlich in dem, was sie können.
Spieljoch in Fügen
Direkt bei der Bergstation liegt ein Wasserpark mit Balancesteinen, Wasserrinnen und Spritzen, daneben ein Erlebnisspielplatz mit Trampolinen. Ältere Kinder nehmen MonsterRoller oder MountainCart talwärts, dazu kommen Flying Fox, Hochseilgarten, Tubingbahn und ein Barfußweg zum Gipfel. Im Schaubergwerk Öxltal und im Stollenlabyrinth suchen Kinder nach Bergkristallen. Die Sommersaison läuft ungefähr von Ende Mai bis Ende Oktober.
Rosenalm über Zell am Ziller
Das Fichtenschloss auf der Rosenalm ist eine Holzburg auf 5.000 Quadratmetern mit vier Türmen, darunter ein Rutschturm und ein 18 Meter hoher Aussichtsturm, verbunden durch Brücken. Dazu kommen Kugelbahn, Hängemattenwald, Wipfelweg sowie ein Sand- und Wasserspielbereich. Ein kinderwagentauglicher Rundweg führt hinüber zum Fichtensee, wo sich Boote ausleihen lassen. Mit kleinen Kindern kommt man hier am weitesten, ohne jemanden tragen zu müssen.
Ahorn bei Mayrhofen
Auf den Ahorn fährt die größte Pendelbahn Österreichs, oben liegt ein Plateau auf rund 2.000 Metern. Die AdlerBühne Ahorn ist die höchstgelegene Greifvogelstation Europas, bei den Flugvorführungen zeigen Falkner Adler, Uhus, Bussarde und Falken und erzählen dazu. Die Schauen laufen etwa ab Mitte Juni bis in den Oktober und fallen bei schlechtem Wetter aus. Über das Plateau führt der AlbertAdler ErlebnisWeg, auf dem die 70 Meter lange GreifenBrücke liegt.
Hintertuxer Gletscher: Eishöhle und Marmorhöhle
Am Ende des Tuxertals liegt der einzige ganzjährig geöffnete Gletscher Österreichs. Zwei Ziele dort sind für Familien relevant, und bei beiden lohnt vorher ein Blick auf das Kleingedruckte.
Der Natur Eis Palast auf 3.250 Metern ist eine begehbare Gletscherspalte, rund 30 Meter unter der Skipiste. Man erreicht ihn mit den Gletscherbussen 1 bis 3 und einem kurzen Fußweg von der Bergstation. Die Führung dauert etwa 70 Minuten, drinnen herrschen das ganze Jahr konstant null Grad. Zu sehen sind Eisstalaktiten, gefrorene Wasserfälle und ein Gletschersee, über den ein Boot fährt. Kinder werden ab sechs Jahren mitgenommen, feste Schuhe und warme Kleidung sind Voraussetzung, unterwegs klettert man kurze Leitern.
Die Spannagelhöhle ist die einzige Marmorhöhle der Zentralalpen. Ihr Eingang liegt auf 2.535 Metern beim Spannaglhaus, wenige Gehminuten vom Tuxer Fernerhaus. Vor der Führung bekommt jeder Helm, Schutzmantel und Gummistiefel, dann geht ein Höhlenführer rund eine Stunde lang mit. Etwa 500 Meter des Systems sind zugänglich, Touren gibt es das ganze Jahr.
Zillertaler Höhenstraße und Murmelland
Die Zillertaler Höhenstraße ist eine Mautstraße, die auf 1.700 bis 2.100 Metern über Ried, Kaltenbach, Zell und Aschau verläuft, höchster Punkt ist der Aribsjochkopf mit 2.133 Metern. Man ist dort oben auf Augenhöhe mit den Gipfeln gegenüber, ohne einen Meter zu Fuß gegangen zu sein — brauchbar an Tagen, an denen niemand wandern will.
An der Straße liegt auf 1.800 Metern das Murmelland bei der Kaltenbacher Skihütte, ein Murmeltierpark mit Streichelzoo und Spielplatz. Der Eintritt kostet nichts. Murmeltiere halten Winterschlaf, das Ziel funktioniert also nur im Sommerhalbjahr.
Wasserfall, Stausee, Seitentäler
Der Harter Schleierwasserfall bei Hart im Zillertal fällt 91 Meter und ist damit der höchste des Tals. Vom Parkplatz sind es etwa 30 Minuten zu Fuß. Am Wasserfall stehen eine Brücke sowie Tische und Bänke, unterhalb liegt ein kleiner Spielplatz mit Kletternetz. Wer die ganze Runde über den Vogellehrpfad geht, ist bei 5,7 Kilometern und 280 Höhenmetern etwa zweieinhalb Stunden unterwegs, entlang des Wegs stehen 44 Tafeln zu heimischen Vogelarten. Der Zugang ist frei.
Der Schlegeisspeicher auf 1.782 Metern liegt am Ende der Schlegeis Alpenstraße, einer rund 15 Kilometer langen Mautstraße ab Ginzling mit acht Kehren und vier Natursteintunneln. Sie ist etwa von Mitte Mai bis Ende Oktober befahrbar, im Sommer fährt auch ein Bus hinauf. Die Staumauer misst 725 Meter in der Länge und 131 Meter in der Höhe. Der Uferweg am See ist flach und mit Kindern gut zu gehen. Die viel fotografierte Hängebrücke bei der Olpererhütte kostet dagegen rund 600 Höhenmeter Aufstieg und ist etwas für größere Kinder.
Im Zillergrund führt ein Weg am Speicher entlang zur Hohenaualm. Ein Wanderbus verkürzt die Strecke, wenn die Beine kurz sind.
Rodelbahn und Kletterparcours
Der Arena Coaster startet an der Talstation der Rosenalmbahn in Zell am Ziller. Ihre Gesamtlänge beträgt 1.450 Meter, davon 325 Meter Auffahrt und 1.125 Meter Abfahrt bei 140 Metern Höhenunterschied. Die Altersregeln sind streng: Unter vier Jahren ist keine Mitfahrt möglich, ab vier geht es nur in Begleitung einer Person über 16, allein fahren dürfen Kinder erst ab zehn Jahren und 1,30 Meter Körpergröße.
Der Abenteuerpark Zillertal in Kaltenbach ist ein Hochseilgarten mit sieben nach Schwierigkeit gestaffelten Parcours — Mäuse-, Biber-, Fuchs-, Bären- und Tarzanparcours sowie ein Extrem-Wasserfall-Parcours. Der Flying Fox dort misst 180 Meter.
Bäder und Badeseen
Die Erlebnistherme Zillertal in Fügen hat ein Wellenbecken, einen Strömungskanal und zwei Röhrenrutschen von je rund 130 Metern, nebenan liegt ein Freibad für den Sommer. In Mayrhofen gibt es das Erlebnisbad mit Reifenrutsche. Zum Abkühlen im Freien bietet sich der Fichtensee auf der Rosenalm an. Die Bergseen im Zillertal liegen fast alle über 1.500 Metern und sind entsprechend kalt.
Was wann geöffnet hat
Ganzjährig zugänglich sind die Erlebnissennerei, der Natur Eis Palast, die Spannagelhöhle, die Erlebnistherme und der Schleierwasserfall. An die Bergbahnen gebunden und damit saisonal sind Spieljoch, Fichtenschloss, AdlerBühne, Arena Coaster und Abenteuerpark, ihre Sommersaison endet meist Ende Oktober. Die Zillertaler Höhenstraße und die Schlegeis Alpenstraße sind im Winter gesperrt. Wer im Frühjahr oder im November kommt, prüft die Betriebszeiten der jeweiligen Bahn vorher — in diesen Wochen liegen die Revisionspausen, und dann bleiben von den Unternehmungen mit Kindern vor allem der Gletscher, die Sennerei und das Wasser.
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☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Sortiert die Ziele nach Talabschnitt: Zwischen Fügen am Taleingang und dem Hintertuxer Gletscher liegt eine gute Autostunde.
- In den Natur Eis Palast werden Kinder erst ab sechs Jahren mitgenommen – mit jüngeren Geschwistern lohnt der Weg auf 3.250 Meter nicht.
- Auf dem Arena Coaster dürfen Kinder erst ab zehn Jahren und 1,30 Meter allein fahren, ab vier Jahren nur mit einer Begleitperson über 16.
- Das Murmelland an der Zillertaler Höhenstraße kostet keinen Eintritt, funktioniert wegen des Winterschlafs der Murmeltiere aber nur im Sommerhalbjahr.
- Für die Zillertaler Höhenstraße und die Schlegeis Alpenstraße fällt Maut an, beide sind im Winter gesperrt.
- Am Gletscher braucht ihr auch im August warme Kleidung und feste Schuhe, im Natur Eis Palast sind es konstant null Grad.
Häufige Fragen
Welche Ausflugsziele im Zillertal sind mit kleinen Kindern machbar?
Ab welchem Alter dürfen Kinder in den Natur Eis Palast am Hintertuxer Gletscher?
Was kann man im Zillertal mit Kindern unternehmen, wenn die Bergbahnen geschlossen sind?
Kostet der Harter Schleierwasserfall Eintritt?
Wann fährt der Dampfzug der Zillertalbahn?
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