Es gibt diesen einen Moment, der jeden Frankreich-Urlaub mit Kindern unvergesslich macht: dein Kind steht barfuß im warmen Sand, buddelt eine Rinne bis zum Wasser und ruft dich alle zwei Minuten herbei, weil schon wieder eine neue Muschel gefunden wurde. Um euch herum weht der Duft von frischem Baguette vom Dorfmarkt, jemand übt Boule auf dem Kiesplatz, und der Nachmittag hat einfach kein Ende. Genau für solche Momente lohnt sich ein Familienurlaub in Frankreich, und zwar an fast jeder Küste und in fast jeder Region des Landes.
Frankreich ist für deutsche Familien so etwas wie das ideale Übungsfeld fürs Reisen: nah genug für eine entspannte Anreise mit dem Auto, groß genug für echte landschaftliche Abwechslung und mit einer Infrastruktur, die auf Familien mit Kindern eingestellt ist, von Wickeltischen im Supermarkt bis zu Kindermenüs im Restaurant. Ob ihr euch für ein ruhiges Ferienhaus an der Atlantikküste, einen quirligen Freizeitpark in der Vendée oder wilde Natur in der Camargue entscheidet, an Auswahl mangelt es nie.
In diesem Artikel zeigen wir dir die schönsten Familienziele in Frankreich für den Sommer, von bekannten Freizeitparks bis zu ruhigen Naturregionen, dazu praktische Tipps zu Reisezeit, Anreise und Unterkunft. So findest du für eure nächste Reise genau die Mischung aus Strand, Abenteuer und Entspannung, die zu eurer Familie passt.
Warum sich Frankreich für Familien lohnt
- Kurze Anreise: Viele Regionen erreicht ihr in einem bis zwei Tagen mit dem Auto, ganz ohne Zeitverschiebung und mit vertrauten Rastplätzen entlang der Autobahn.
- Landschaftliche Vielfalt: Atlantikstrände, Mittelmeerküste, Flusslandschaften und Höhlen liegen oft nur wenige Autostunden auseinander.
- Kinderfreundliche Infrastruktur: Wickelräume, Spielplätze und Kindermenüs (menu enfant) gehören in Restaurants fast überall zum Standard.
- Große Auswahl an Unterkünften: Von einfachen Campingplätzen bis zu Ferienparks mit Pool und Kinderbetreuung ist für jedes Budget etwas dabei.
- Kulinarische Vielfalt: Baguette, Crêpes und Pommes frites sorgen dafür, dass sich auch wählerische Esser schnell wohlfühlen.
Die schönsten Familienziele in Frankreich
1. Vendée-Küste und Puy du Fou
Die Vendée an der französischen Atlantikküste zählt zu den familienfreundlichsten Regionen des Landes, und das aus gutem Grund. Die Strände fallen flach ins Wasser ab, viele Buchten sind von Dünen geschützt, und an der Promenade reihen sich Fahrradwege, Eisdielen und kleine Spielplätze aneinander. Orte wie Les Sables d’Olonne oder Saint-Jean-de-Monts sind auf Familien eingestellt, mit bewachten Strandabschnitten und Kinderclubs direkt am Meer.
Nur eine kurze Fahrt landeinwärts liegt Puy du Fou, einer der meistbesuchten Freizeitparks Frankreichs und ein Highlight für Familien mit älteren Kindern. Statt Achterbahnen erwarten euch hier aufwendig inszenierte historische Shows mit Wikingerschiffen, Falknerei und nächtlichen Lichtspektakeln, die auch Erwachsene begeistern. Plant für den Besuch am besten einen ganzen Tag ein, denn zwischen den Shows liegt oft etwas Wartezeit.
2. Futuroscope bei Poitiers
Wer es lieber futuristisch mag, findet im Futuroscope bei Poitiers einen der originellsten Freizeitparks Europas. Statt klassischer Fahrgeschäfte setzt der Park auf spektakuläre Kinoformate, 4D-Erlebnisse und interaktive Attraktionen rund um Technik, Weltraum und Zukunft. Für Kinder ab dem Grundschulalter ist das ein echtes Erlebnis, auch bei schlechtem Wetter, da ein Großteil der Attraktionen in Hallen stattfindet.
Die Lage nahe Poitiers macht den Futuroscope zu einem guten Zwischenstopp auf dem Weg in den Süden Frankreichs, etwa wenn ihr von Paris Richtung Atlantikküste oder Dordogne unterwegs seid. Ein bis zwei Tage solltet ihr für den Park einplanen, wenn ihr auch die Abendshows mitnehmen möchtet.
3. Disneyland Paris
Für viele Familien ist Disneyland Paris der Klassiker unter den Frankreich-Zielen, und das völlig zu Recht. Zwei Themenparks, bekannte Figuren und ein dichtes Programm an Paraden und Shows sorgen dafür, dass hier auch kleine Kinder ab dem Kindergartenalter auf ihre Kosten kommen. Die Anlage liegt östlich von Paris und ist mit dem Auto oder direkt per Zug gut erreichbar.
Damit der Besuch entspannt bleibt, lohnt sich eine gute Vorbereitung: früh die beliebtesten Attraktionen ansteuern, für sehr kleine Kinder feste Ruhepausen einplanen und Tickets rechtzeitig sichern. Wer mehrere Tage bleibt, kann den Trubel besser dosieren und auch die ruhigeren Ecken des Parks entdecken.
4. Provence und Côte d’Azur
Die Provence verbindet violette Lavendelfelder, alte Hügeldörfer und einen entspannten Alltag, der auch mit Kindern gut funktioniert. Orte wie Gordes oder Roussillon laden zu kurzen Spaziergängen durch enge Gassen ein, auf Wochenmärkten gibt es frisches Obst zum Probieren, und viele Ferienhäuser haben einen eigenen Pool, der an heißen Sommertagen Gold wert ist.
Nur eine Autostunde weiter liegt die Côte d’Azur mit ihren Badeorten wie Nizza oder Antibes. Die Strandpromenade in Nizza eignet sich hervorragend zum Radfahren oder Skaten, und flache Kieselbuchten laden zum Planschen ein. Kombiniert lassen sich Provence und Côte d’Azur wunderbar zu einem Rundtrip verbinden, mit Natur und Ruhe im Landesinneren und Strandtagen an der Küste.

5. Camargue
Die Camargue im Rhone-Delta ist eine der eindrucksvollsten Naturregionen Frankreichs und für Familien mit naturbegeisterten Kindern ein lohnendes Ziel. In den Sumpflandschaften leben wilde weiße Pferde, rosa Flamingos und zahlreiche Wasservögel, die sich bei geführten Kutschfahrten oder auf dem Fahrrad aus der Nähe beobachten lassen.
Auch am Wasser kommt die Camargue nicht zu kurz: Feine Sandstrände wie in Saintes-Maries-de-la-Mer laden zum Baden ein, und flache Lagunen sind ideal, um mit kleinen Kindern die ersten Schwimmversuche zu wagen. Ein Ausflug mit dem Beobachtungsboot durch die Kanäle ist für Kinder oft der Höhepunkt des Aufenthalts.

6. Bretagne und Océanopolis Brest
Die Bretagne begeistert mit einer wilden, abwechslungsreichen Küste, kleinen Fischerhäfen und einer frischen Meeresluft, die auch an warmen Sommertagen für angenehme Temperaturen sorgt. Bei Ebbe entstehen entlang der Küste unzählige Gezeitentümpel, in denen Kinder stundenlang Krabben und kleine Fische entdecken können.
In Brest lohnt sich ein Besuch im Océanopolis, einem der größten Aquarien Europas mit eigenen Themenwelten für die gemäßigten, tropischen und polaren Meere. Pinguine, Haie und Quallen lassen sich hier hautnah erleben, ein ideales Ausflugsziel für einen Tag mit wechselhaftem Wetter, wie es an der bretonischen Küste durchaus vorkommen kann.

7. Dordogne: Höhlen und Kanufahren
Die Dordogne im Südwesten Frankreichs ist wie geschaffen für aktive Familien. Der Fluss schlängelt sich gemächlich durch eine Landschaft aus Kalksteinklippen, Walnussplantagen und mittelalterlichen Dörfern wie La Roque-Gageac, die man am schönsten vom Kanu aus entdeckt. Kanuverleiher entlang des Ufers bieten Touren für verschiedene Streckenlängen und Altersgruppen an.
Unterirdisch wird es in den zahlreichen Höhlen der Region spannend: Die originalgetreue Nachbildung von Lascaux zeigt eindrucksvolle Höhlenmalereien aus der Steinzeit, und der Gouffre de Padirac beeindruckt mit einer gewaltigen Karsthöhle samt unterirdischem Fluss. Für Kinder ab dem Grundschulalter sind das echte Abenteuer, die man nicht so schnell vergisst.

8. Ardèche-Schluchten
Die Ardèche-Schlucht im Süden Frankreichs zählt zu den spektakulärsten Naturschauspielen des Landes. Der Fluss hat sich hier tief in den Kalkstein gegraben und ein Tal mit steilen Felswänden geformt, das vom berühmten Naturbogen Pont d’Arc gekrönt wird. Kanu- und Kajaktouren durch die Schlucht sind ein unvergessliches Erlebnis für die ganze Familie, für kürzere Etappen gibt es auch ruhigere Streckenabschnitte.
Entlang der Schlucht liegen zahlreiche Campingplätze direkt am Wasser, viele mit eigenem Kiesstrand zum Baden. Wer es etwas ruhiger mag, findet in den umliegenden Dörfern der Ardèche schattige Plätze und kleine Märkte, ideal für einen entspannten Tag zwischen zwei Aktivitäten.

9. Atlantikküste: Arcachon und Île de Ré
Rund um Arcachon an der Atlantikküste erwartet euch eine der bekanntesten Sanddünen Europas, die Dune du Pilat. Der Aufstieg über die Holztreppen ist für Kinder ein kleines Abenteuer, und die Aussicht über Wald, Meer und Düne oben belohnt die Mühe. In der Bucht von Arcachon selbst laden ruhige, flache Strände zum Baden ein, während in den Austernhäfen der Alltag der Region spürbar wird.
Etwas weiter nördlich liegt die Île de Ré, eine Insel, die sich hervorragend mit dem Fahrrad erkunden lässt. Ausgeschilderte Radwege führen durch Weinberge, Salzgärten und bunte Dörfer mit weißen Häusern und grünen Fensterläden, dazwischen immer wieder kleine Buchten zum Zwischenstopp. Die Insel ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden und eignet sich gut für einen mehrtägigen Aufenthalt.

Beste Reisezeit und Anreise nach Frankreich
Die Sommermonate Juli und August sind in Frankreich Hauptreisezeit, nicht allein für Familien aus Deutschland, sondern auch für französische Familien selbst, die in dieser Zeit Schulferien haben. Das bedeutet volle Strände, ausgebuchte Campingplätze und mitunter lange Wartezeiten an beliebten Attraktionen wie Puy du Fou oder Disneyland Paris. Wer zeitlich flexibel ist, findet in den Randmonaten Juni und September oft ruhigere Bedingungen, angenehmere Temperaturen und mehr Auswahl bei Unterkünften.
Für die Anreise mit dem Auto sind viele Ziele in der Vendée, der Bretagne oder im Elsass in einem langen Tag von Deutschland aus erreichbar, weiter entfernte Regionen wie die Provence oder die Camargue lassen sich gut auf zwei Etappen aufteilen. Regelmäßige Pausen an den französischen Autobahnraststätten (aires) mit Spielplätzen sind für Kinder eine willkommene Abwechslung. Alternativ verbindet der TGV viele Regionen schnell mit Paris, und wer weiter südlich möchte, findet auch Direktflüge zu Zielen wie Nizza oder Bordeaux.
Unterkunft für Familien: Camping, Ferienhaus oder Ferienpark
Campingplätze gehören in Frankreich zur Urlaubskultur wie kaum irgendwo sonst, und für Familien bieten viele davon deutlich mehr als nur eine Stellfläche fürs Zelt. Große Anlagen an der Atlantikküste oder in der Ardèche punkten mit Pools, Wasserrutschen, Kinderanimation und Mietunterkünften vom Mobilheim bis zum festen Zeltbungalow. Wer Ruhe sucht, findet auch kleinere, familiengeführte Plätze abseits der großen Ferienstraßen.
Ferienhäuser und Gîtes eignen sich besonders gut, wenn ihr eine feste Basis für Tagesausflüge sucht und abends lieber selbst kocht, statt jeden Tag auswärts zu essen. Ferienparks wiederum bündeln Unterkunft und Freizeitangebot an einem Ort, praktisch für Familien mit kleinen Kindern, die nicht jeden Tag umherfahren möchten. In der Nebensaison sind viele dieser Unterkünfte deutlich günstiger und leichter verfügbar als in den Sommerferien, ein Blick auf flexible Reisetermine lohnt sich also in jedem Fall.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Frankreich
🏡 Familienunterkünfte in Frankreich
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Tickets für Puy du Fou, Futuroscope oder Disneyland Paris am besten vorab online kaufen, das spart Wartezeit an der Kasse.
- In den Sommerferien lange Staus auf Autobahnen wie der A10 einplanen, an Ferienbeginn und Ferienende ist besonders viel los.
- Campingplätze mit Pool und Kinderclub eignen sich gut, wenn ihr an Regentagen flexibel bleiben möchtet.
- An der Atlantikküste auf die Gezeiten achten, bei Ebbe fallen manche Strände sehr weit ab.
- Für Etappenfahrten unterwegs Pausen an den Autobahnraststätten (aires) mit Spielplätzen einplanen, das kommt bei Kindern gut an.
Häufige Fragen
Welche Region in Frankreich eignet sich am besten für einen Familienurlaub mit kleinen Kindern?
Wie viele Tage sollte man für einen Familienurlaub in Frankreich einplanen?
Ist Frankreich mit Kindern gut per Auto erreichbar?
Welche Freizeitparks in Frankreich sind für Familien besonders empfehlenswert?
Wann ist die beste Reisezeit für einen Frankreich-Urlaub mit Kindern?
Beliebte Ziele für den Sommerurlaub
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