Der erste Blick auf den Stockholmer Schärengarten bleibt vielen Familien für immer in Erinnerung: tausende kleine Inseln, rote Holzhütten am Wasser, Kinder, die vom Bootssteg ins klare Wasser springen. Schweden hat etwas, das sich mit Kindern kaum planen lässt und trotzdem fast von selbst gelingt, nämlich echte Entspannung. Keine überfüllten Strände, kein Kampf um den Sonnenschirmplatz, dafür Wälder zum Verlaufen, Seen zum Planschen und Städte, die spürbar an kleine Besucher denken.
Wer mit Kindern nach Schweden reist, merkt schnell, dass hier vieles einfacher ist als gedacht. Familien haben in diesem Land traditionell einen hohen Stellenwert, das zeigt sich an Spielplätzen mitten in der Stadt, an kindgerechten Museen und an Restaurants, in denen niemand schräg schaut, wenn ein Kleinkind zwischen den Tischen umherläuft. Dazu kommt die Weite: von den Schären vor Stockholm über die Seenlandschaft Dalarnas bis zu den Wäldern Smalands ist immer genug Platz, damit Kinder einfach Kind sein können.
Dieser Artikel zeigt Dir die schönsten Familienziele in Schweden, verrät, wann die beste Reisezeit ist, wie die Anreise am entspanntesten gelingt und welche Unterkunftsform sich für einen Sommerurlaub mit Kindern wirklich lohnt.
Warum sich Schweden für Familien lohnt
- Sichere Natur zum Entdecken: Wälder, Seen und Küsten sind für Kinder leicht zugänglich, ohne dass Eltern ständig ein Auge auf Gefahrenstellen haben müssen.
- Kinderfreundliche Infrastruktur: Wickelräume, Spielecken und Familienrabatte gehören in Schweden fast überall zum Alltag, von der Fähre bis zum Museum.
- Kurze Wege zu vielfältigen Erlebnissen: Ferienhaus am See, Ausflug in die Stadt und Tag im Freizeitpark liegen oft nur eine Autostunde auseinander.
- Ruhiges Reisetempo: Anders als in dicht bereisten Urlaubsregionen bleibt in Schweden auch im Sommer viel Ruhe, gerade abseits der großen Städte.
- Astrid-Lindgren-Welt zum Anfassen: Viele Kinder kennen Pippi Langstrumpf oder Michel aus Lönneberga bereits, in Schweden werden diese Geschichten lebendig.
Die schönsten Familienziele in Schweden mit Kindern
Stockholm: Skansen, Junibacken und das Vasamuseet
Stockholm ist ein Familienziel, das erstaunlich kompakt und entspannt zu erleben ist. Viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten für Kinder liegen dicht beieinander auf der Insel Djurgården, sodass sich ein ganzer Tag ohne lange Wege planen lässt. Den Auftakt macht meist Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt: alte Höfe, ein kleiner Zoo mit heimischen Tieren wie Elch, Braunbär und Luchs sowie Handwerksvorführungen lassen schwedische Geschichte für Kinder greifbar werden.
Gleich in der Nähe liegt Junibacken, ein Erlebnishaus rund um die Figuren von Astrid Lindgren, mit einer Fahrt durch die Geschichte von Pippi Langstrumpf. Nur wenige Schritte weiter wartet das Vasamuseet mit einem fast vollständig erhaltenen Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert, das selbst Kinder beeindruckt, die sich sonst nicht für Museen begeistern. Zwischen den Programmpunkten bleibt Zeit für Eis am Wasser und einen Spaziergang durch die Altstadt Gamla Stan mit ihren engen Gassen.

Astrid Lindgrens Värld in Vimmerby
Für viele Familien ist Astrid Lindgrens Värld im kleinen Ort Vimmerby in Smaland das eigentliche Highlight der Reise. Der Themenpark widmet sich vollständig den Geschichten der berühmten schwedischen Kinderbuchautorin, von Pippi Langstrumpfs Villa Kunterbunt über Michel aus Lönneberga bis zu den Kindern aus Bullerbü. Statt rasanter Achterbahnen setzt der Park auf Theateraufführungen, begehbare Kulissen und Mitmach-Stationen, die genau auf kleine Kinder zugeschnitten sind.
Besonders schön ist die Atmosphäre: Der Park liegt mitten im Grünen, mit Wiesen zum Barfußlaufen und schattigen Plätzen zum Picknicken. Auch Eltern, die die Bücher selbst als Kind gelesen haben, erleben hier oft einen nostalgischen Moment. Wer mehrere Tage in der Region Smaland verbringt, kann den Parkbesuch gut mit einem Ausflug in die umliegenden Wälder und an kleine Badeseen verbinden.

Kolmårdens Djurpark
Kolmårdens Djurpark bei Norrköping ist der größte Zoo Skandinaviens und ein verlässlicher Volltreffer für Familien mit Kindern jeden Alters. Auf einem weitläufigen Gelände leben unter anderem Löwen, Giraffen, Tiger und Delfine, viele Bereiche lassen sich zu Fuß erkunden, andere per Safaribus oder mit der Seilbahn über das Gehege der Raubtiere. Für Kinder ist besonders spannend, wie nah man den Tieren streckenweise kommt, ohne dass es unsicher wirkt.
Der Park ist bewusst auf einen ganzen Tag ausgelegt, mit Spielplätzen, Streichelzoo-Bereichen und schattigen Rastplätzen zwischen den Gehegen. Wer im Sommer anreist, sollte einen ganzen Tag einplanen und bequeme Schuhe für die teils langen Wege einpacken. Kolmårdens Djurpark eignet sich damit auch als guter Tagesausflug, wenn die Unterkunft in der Region Östergötland liegt.
Liseberg in Göteborg
Liseberg in Göteborg zählt zu den beliebtesten Freizeitparks Nordeuropas und ist ein Muss für Familien mit etwas älteren Kindern. Neben klassischen Achterbahnen und Fahrgeschäften für Nervenkitzel gibt es einen großen Bereich mit ruhigeren Attraktionen für kleinere Kinder, dazu Grünflächen, Spielplätze und regelmäßige Shows. Der Park liegt zudem zentral, sodass sich der Besuch gut mit einem Bummel durch Göteborg verbinden lässt.
Besonders praktisch für Familien: Liseberg ist in klar getrennte Bereiche für unterschiedliche Altersgruppen gegliedert, sodass niemand vor Attraktionen steht, die zu wild sind. Abends verwandelt sich der Park in ein Lichtermeer, was gerade für Kinder ein eigenes kleines Abenteuer ist. Wer in Göteborg übernachtet, erreicht Liseberg meist unkompliziert zu Fuß oder mit der Straßenbahn.
Der Stockholmer Schärengarten
Der Schärengarten vor Stockholm besteht aus tausenden Inseln, Holmen und Schären und ist eines der schönsten Naturerlebnisse für Familien im schwedischen Sommer. Schon eine Tagestour mit dem Ausflugsboot ab Stockholm reicht, um ein Gefühl für diese einzigartige Landschaft zu bekommen: kleine Fischerdörfer, rote Holzhäuser direkt am Wasser und unzählige Buchten zum Schwimmen.
Für Familien, die mehr Zeit haben, lohnt sich eine Übernachtung auf einer der größeren Inseln wie Vaxholm oder Sandhamn. Kinder lieben es, vom Steg aus zu angeln, mit dem Kanu zwischen den Felsen zu paddeln oder einfach am flachen Ufer zu spielen. Wichtig zu wissen: Nicht jede Insel ist mit dem Auto erreichbar, viele Ausflüge funktionieren am besten mit den regelmäßig verkehrenden Schärenbooten.

Dalarna und der Siljansee
Dalarna gilt als das Herz der schwedischen Volkskultur und ist gleichzeitig eine der schönsten Regionen für einen ruhigen Familienurlaub am Wasser. Rund um den Siljansee reihen sich kleine Orte wie Mora, Leksand und Rättvik, bekannt für die traditionellen roten Dalapferde, die in Werkstätten der Region noch von Hand geschnitzt und bemalt werden. Kinder können bei manchen Handwerkern zuschauen, wie so ein Pferdchen entsteht.
Der See selbst lädt mit flachen, sandigen Uferabschnitten zum Baden ein, während die umliegenden Wälder ideal für kleine Wanderungen und Beerensammeln sind. Wer im Hochsommer anreist, erlebt zudem die langen, hellen Abende, die typisch für Nord- und Mittelschweden sind und Familien viel zusätzliche Zeit draußen schenken. Dalarna eignet sich besonders gut für Familien, die einen ruhigeren Gegenpol zu den Städten suchen.

Die Insel Öland
Öland liegt vor der Südostküste Schwedens und ist über eine lange Brücke mit der Stadt Kalmar auf dem Festland verbunden, was die Anreise mit dem Auto unkompliziert macht. Die Insel ist bekannt für ihre Windmühlen, weite Steinlandschaften und kilometerlange Sandstrände, die sich hervorragend für Familien mit kleinen Kindern eignen, weil das Wasser vielerorts flach ins Meer übergeht.
Neben Baden und Radfahren, für das die überwiegend flache Insel bestens geeignet ist, lohnt sich ein Ausflug zum Schlossgarten von Solliden, der Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie, sowie ein Spaziergang durch die einzigartige Steppenlandschaft des Stora Alvaret. Für Familien, die Ruhe, Strand und ein bisschen Geschichte verbinden möchten, ist Öland ein lohnender Zwischenstopp oder ein eigenes Reiseziel.
Smaland: rote Holzhäuser und klare Seen
Smaland im Süden Schwedens ist für viele Familien der Inbegriff eines klassischen Schweden-Urlaubs: rote Holzhäuser mit weißen Fensterrahmen, dichte Wälder und unzählige klare Seen, die im Sommer zum Baden einladen. Die Region ist zudem die Heimat von Astrid Lindgren, viele Landschaften aus den Bullerbü-Geschichten lassen sich hier noch heute wiedererkennen.
Bekannt ist Smaland auch als sogenanntes Glasreich, mit traditionsreichen Glashütten wie Kosta Boda und Orrefors, in denen Familien Glasbläsern bei der Arbeit zusehen können. Zwischen den Städten liegen unzählige kleine Seen mit Badestellen, die oft nur wenige Autominuten von der Unterkunft entfernt sind, ideal für spontane Nachmittage am Wasser.

Malmö für Familien
Malmö im Süden Schwedens wird von Familien oft unterschätzt, dabei bietet die Stadt eine angenehme Mischung aus urbanem Flair und viel Grün. Der Kungsparken und der Slottsparken laden mit Spielplätzen und Wasserflächen zum Verweilen ein, während das moderne Wohnviertel Västra Hamnen mit seinem markanten Turning-Torso-Turm einen guten Kontrast zur historischen Altstadt bietet.
Über die Öresundbrücke ist Malmö zudem eng mit dem dänischen Kopenhagen verbunden, sodass sich ein Städtetrip in Schweden gut mit einem Tagesausflug ins Nachbarland kombinieren lässt. Für Familien, die eine Städtereise mit kurzen Wegen und viel Wasser in der Nähe suchen, ist Malmö ein unterschätztes Ziel.
Beste Reisezeit für Schweden mit Kindern
Der schwedische Sommer zwischen Juni und August ist für Familien mit Kindern die klare Empfehlung. In dieser Zeit sind die Tage außergewöhnlich lang, im Norden geht die Sonne stellenweise kaum unter, was viel zusätzliche Zeit für Ausflüge, Baden und Spielen draußen schenkt. Die Wassertemperaturen in Seen und geschützten Buchten erreichen im Juli und August angenehme Werte zum Baden, während die Küste an der Ostsee meist etwas kühler bleibt.
Wer die großen Ferienzeiten meiden möchte, findet in der zweiten Junihälfte und im September oft ruhigere Bedingungen an beliebten Zielen wie Kolmårdens Djurpark oder Liseberg, allerdings mit kürzeren Öffnungszeiten mancher Attraktionen zum Saisonende. Für einen ersten Familienurlaub in Schweden ist der Hochsommer trotzdem die verlässlichste Wahl, weil dann die meisten Freizeitparks, Fähren und Ausflugsziele durchgehend geöffnet sind.
Anreise: mit Fähre, Flugzeug oder Auto
Wie die Anreise am besten gelingt, hängt stark davon ab, wo in Schweden der Urlaub stattfinden soll. Für Familien mit Auto ist die Fähre oft die entspannteste Option, weil Kinder an Bord Platz zum Toben haben, es Restaurants und teils sogar Spielbereiche gibt und die Fahrt selbst schon wie ein kleines Abenteuer wirkt. Fährverbindungen von Deutschland oder Dänemark aus bringen Familien mit Gepäck und Auto bequem nach Südschweden.
Alternativ führt die Route über Dänemark und die Öresundbrücke direkt mit dem Auto nach Malmö und weiter ins Landesinnere, was sich gut mit Zwischenstopps verbinden lässt. Wer Zeit sparen möchte, fliegt in eine der großen Städte wie Stockholm oder Göteborg und mietet vor Ort ein Auto, was sich vor allem für Ziele in Dalarna, Smaland oder am Schärengarten empfiehlt, wo Busse und Bahn nicht überallhin fahren.
Unterkunft: Stuga und Ferienhaus
Für einen Familienurlaub in Schweden hat sich das klassische Ferienhaus, auf Schwedisch Stuga, als besonders praktisch erwiesen. Diese Häuser liegen häufig direkt an einem See oder im Wald, verfügen über eine eigene Küche, einen Garten und oft eine Terrasse oder sogar eine eigene Sauna, sodass Familien flexibel bleiben und nicht jeden Abend auswärts essen müssen. Gerade mit kleineren Kindern ist dieser Rückzugsort am Abend viel wert.
Wer lieber zentral in einer Stadt wie Stockholm oder Göteborg wohnt, findet dort familienfreundliche Apartments und Hotels, die kurze Wege zu Museen und Freizeitparks bieten. Eine bewährte Kombination für einen zwei bis drei Wochen langen Sommerurlaub ist es, die erste Hälfte der Reise in einem Ferienhaus am See zu verbringen und die zweite Hälfte für einen Städtetrip zu nutzen. So bekommen Familien sowohl Ruhe und Natur als auch Museen und Freizeitparks in einem Urlaub.

Programm für Regentage
Auch im schwedischen Sommer kann es einmal regnen, und gute Alternativen für drinnen gehören deshalb in jede Reiseplanung. Museen wie das Vasamuseet oder Junibacken in Stockholm sind auch bei schlechtem Wetter ein lohnendes Ziel, ebenso viele der kleineren Heimatmuseen in Regionen wie Dalarna und Smaland, die einen guten Einblick in die schwedische Alltagskultur geben.
In größeren Städten bieten zudem Indoor-Spielplätze und Schwimmbäder mit Rutschen eine verlässliche Alternative, wenn draußen einmal nichts geht. Wer im Ferienhaus wohnt, kann einen Regentag auch gut für Brettspiele, Beerenkuchen backen oder einen gemütlichen Spaziergang mit Gummistiefeln durch den Wald nutzen, denn schwedische Familien lassen sich vom Wetter traditionell wenig beeindrucken.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Schweden
🏡 Familienunterkünfte in Schweden
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Bucht Fähre oder Flug für die Sommerferien möglichst frühzeitig.
- Ein Mietwagen erleichtert Ausflüge in Regionen wie Dalarna oder Smaland deutlich.
- Ein Ferienhaus mit Küche und Garten bietet abends mehr Ruhe für kleine Kinder.
- Packt trotz Sommer wasserfeste Kleidung ein, das Wetter kann schnell wechseln.
- Plant an Seen und im Wald bewusst Pausen ohne festes Programm ein.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Reisezeit für einen Familienurlaub in Schweden?
Wie reist man mit Kindern am entspanntesten nach Schweden?
Welche Unterkunft eignet sich am besten für einen Familienurlaub?
Welche Ziele eignen sich besonders für kleinere Kinder?
Was tun, wenn es im Sommerurlaub in Schweden regnet?
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