Frankfurt hat unter deutschen Städten ein Sonderproblem: Die meisten Familien kommen im Herbst und Winter, und dann regnet es. Wer sich anschaut, wonach Eltern hier suchen, landet fast immer bei derselben Frage, wo kann man mit Kindern rein, wenn der Nachmittag ins Wasser fällt. Das ist der Punkt, an dem sich ein Wochenende in Frankfurt entscheidet.
Die gute Nachricht: Kaum eine deutsche Stadt hat auf so wenig Fläche so viele Innenräume, die für Kinder etwas taugen. Die schlechte: Man muss sie vorher kennen, sonst steht man im Nieselregen auf dem Römerberg und weiß nicht wohin.
Der Regenplan, den man vorher machen sollte
Das Senckenberg Naturmuseum ist die sicherste Bank. Die Dinosaurierhalle beeindruckt Vierjährige genauso wie Zwölfjährige, nur aus unterschiedlichen Gründen, die einen wegen der Größe, die anderen wegen der Erklärtafeln. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 6 Euro, Kinder bis 5 Jahre kommen frei hinein. Ein Familienticket für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder kostet 30 Euro, die Minifamilie mit einem Erwachsenen und zwei Kindern 18 Euro. Geöffnet ist täglich ab 9 Uhr, mittwochs sogar bis 20 Uhr, am Wochenende bis 18 Uhr. Der Mittwochabend ist der ruhigste Zeitpunkt der Woche.
Zweite Adresse ist die Experiminta in der Hamburger Allee, ein Mitmachmuseum mit rund hundert Experimentierstationen. Anfassen ist hier nicht geduldet, sondern erwünscht, und genau das macht den Unterschied zu einem klassischen Museum. Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder von 6 bis 17 Jahren 9,50 Euro, für Drei- bis Fünfjährige werden 3,50 Euro fällig. Die Familienkarte liegt bei 33 Euro. Eine Sache sollte man wissen: Das Land Hessen hat als Eigentümer den Auszug zum 31. Dezember 2026 verlangt, ein neuer Standort stand im Frühjahr 2026 noch nicht fest. Für die Herbstferien ändert das nichts, für spätere Reisen lohnt der Blick auf die Website.

Der dritte Baustein ist der Palmengarten, und der wird von Familien regelmäßig übersehen, weil er nach Botanik klingt. Die Gewächshäuser sind aber genau das, was ein Regentag braucht: warm, groß, und man läuft aus dem Tropenhaus ins Wüstenhaus, ohne nass zu werden. Erwachsene zahlen 9 Euro, Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren kommen kostenlos hinein. Von März bis Oktober ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, danach bis 16 Uhr. Der große Spielplatz wird ab Herbst 2026 saniert und neu gebaut, mit dem sollte man also nicht mehr fest rechnen.
Für Tage, an denen Kinder vor allem toben müssen und kein Museum mehr sehen wollen, gibt es Indoorspielplätze am Stadtrand. Der größte in Frankfurt selbst liegt in Bergen-Enkheim und öffnet in den hessischen Ferien und an Wochenenden ab 10 Uhr, unter der Woche sonst erst nachmittags. Mit der U-Bahn und einem Stück Bus dauert die Anfahrt aus der Innenstadt gut eine halbe Stunde.
Museumsufer: welches Haus für welches Alter
Am Sachsenhäuser Ufer reihen sich die Museen auf gut einem Kilometer aneinander, das ist praktisch und gleichzeitig eine Falle. Zwei große Häuser an einem Tag sind mit Kindern zu viel, egal wie kurz der Weg dazwischen ist.
Für Grundschulkinder funktioniert das Junge Museum im Historischen Museum am besten. Es ist ausdrücklich zum Mitmachen gebaut, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zahlen keinen Eintritt, Erwachsene 8 Euro. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr, montags geschlossen. Ab etwa zehn Jahren wird das Deutsche Filmmuseum interessant, ab zwölf lohnt sich das Städel. Mit Vierjährigen ist keines der Kunstmuseen eine gute Idee, so gern man es selbst hätte.
Wer plant, an zwei Tagen mehrere Häuser zu besuchen, rechnet das MuseumsuferTicket durch: Es gilt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen für 39 Museen, das Familienticket kostet 32 Euro. Ab zwei Museumsbesuchen mit zwei Erwachsenen geht die Rechnung meistens auf.

Wenn es doch trocken bleibt
Der Zoo im Ostend liegt mitten in der Stadt und ist mit der U-Bahn in wenigen Minuten erreichbar. Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder und Jugendliche von 6 bis 17 Jahren 6 Euro, unter sechs ist der Eintritt frei, die Familienkarte kostet 29 Euro. Das Grzimekhaus für nachtaktive Tiere und das Exotarium mit Pinguinen und Reptilien sind überdacht, damit rettet der Zoo auch einen halbnassen Vormittag.
Der Main ist die zweite Möglichkeit. Vom Eisernen Steg läuft man auf beiden Seiten am Ufer entlang, flach, breit und ohne Autos. Zwischen Untermainbrücke und Deutschherrnbrücke liegen Wiesen, Spielplätze und genug Platz zum Rennen. Für Kinderwagen ist das der angenehmste Teil der ganzen Stadt.
Und dann die Skyline. Die Aussichtsplattform des Main Tower liegt auf 187 Metern, im Sommer geöffnet von 10 bis 21 Uhr, freitags und samstags länger, im Winter kürzer. Zwei Dinge sollte man vorher wissen: Kinderwagen dürfen nicht mit auf die Plattform, und Jugendliche unter 16 Jahren kommen nur in Begleitung eines Erwachsenen hinauf. Einen Familienpreis für zwei Erwachsene und bis zu drei Kinder von 6 bis 12 Jahren gibt es nur direkt an der Kasse, nicht online.
Wege und Nahverkehr
Frankfurt ist kleiner, als die Hochhäuser vermuten lassen. Vom Hauptbahnhof zum Römer sind es etwa zwanzig Minuten zu Fuß, vom Römer ans Museumsufer fünf. Das meiste in der Innenstadt lässt sich laufen, und die Wege sind überwiegend eben. Kopfsteinpflaster gibt es fast nur auf dem Römerberg selbst.
Kinder unter sechs Jahren fahren im RMV kostenlos mit, wenn eine Person mit gültigem Ticket dabei ist. Für Kinder von 6 bis 14 Jahren kostet die Tageskarte in Frankfurt 3 Euro, das Einzelticket 1,55 Euro. Eine Gruppentageskarte gilt für bis zu fünf Personen und lohnt sich, sobald zwei Erwachsene und ein Schulkind unterwegs sind.
Wo übernachten, und was man über das Bahnhofsviertel wissen sollte
Rund um den Hauptbahnhof liegen die meisten und oft günstigsten Hotels der Stadt. Das Bahnhofsviertel hat aber eine offene Drogenszene, vor allem in der Taunusstraße und der Niddastraße. Am Tag ist das unangenehm, nachts mit Kindern kein Ort zum Spazieren. Wer dort bucht, sollte auf die genaue Straße achten und abends mit der U-Bahn statt zu Fuß unterwegs sein.
Deutlich ruhiger sind das Westend und Bockenheim in Richtung Palmengarten, das Nordend mit vielen Cafés und Spielplätzen sowie Sachsenhausen südlich des Mains. Sachsenhausen hat allerdings einen eigenen Haken: Das Kneipenviertel rund um die Klappergasse und die Große Rittergasse ist am Wochenende bis spät laut.

Essen mit Kindern
Die Kleinmarkthalle ist mittags die entspannteste Lösung: Jeder holt sich, was er will, es gibt Sitzplätze im Obergeschoss, und niemand muss warten. Vor 12 Uhr ist es dort deutlich leerer. Geöffnet ist sie montags bis samstags, sonntags bleibt sie zu.
Die klassischen Apfelweinlokale in Sachsenhausen sind mit Kindern früh am Abend gut machbar, ab etwa 19 Uhr wird es voll und laut. Handkäs muss man niemandem aufzwingen, aber Frankfurter Grüne Soße mit Kartoffeln kommt bei Kindern erstaunlich oft an.
Was in zwei Tage passt
Mit kleinen Kindern: Zoo am Vormittag, Mainufer am Nachmittag, am zweiten Tag Senckenberg und Palmengarten. Mit Grundschulkindern: Senckenberg und Experiminta an je einem Vormittag, dazwischen Mainufer, Junges Museum oder Main Tower. Mit Jugendlichen lässt sich das Museumsufer ernsthaft angehen, dann reichen zwei Tage aber nicht für mehr als drei Häuser.
Ein drittes Ziel pro Tag ist der Punkt, an dem es kippt. Wer trotzdem noch Zeit hat, fährt lieber eine Station weiter ans Mainufer, als noch ein Museum aufzumachen. Und wer im Oktober oder November kommt: Die Museen schließen fast alle um 18 Uhr, danach bleibt in der Innenstadt wenig, was mit Kindern funktioniert. Der Abend gehört dem Hotel oder dem Restaurant, nicht dem Programm.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Frankfurt
🏡 Familienunterkünfte in Frankfurt
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Regenplan vorher festlegen: Senckenberg, Experiminta und Palmengarten sind die drei sicheren Innenräume.
- Senckenberg mittwochs bis 20 Uhr geöffnet, abends ist es dort am leersten.
- Palmengarten: Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen keinen Eintritt.
- MuseumsuferTicket lohnt sich ab zwei Museen, das Familienticket kostet 32 Euro für zwei Tage.
- Kinderwagen dürfen nicht auf die Plattform des Main Tower, unter 16 nur mit Erwachsenen.
- Beim Hotel im Bahnhofsviertel auf die genaue Straße achten, Taunus- und Niddastraße meiden.
Häufige Fragen
Was macht man in Frankfurt mit Kindern bei Regen?
Was kostet das Senckenberg Naturmuseum für eine Familie?
Ist das Bahnhofsviertel mit Kindern ein Problem?
Fahren Kinder in Frankfurt kostenlos mit Bus und Bahn?
Bleibt die Experiminta 2026 geöffnet?
Beliebte Ziele für den Herbsturlaub
Wetter, Unterkünfte und Ausflugsziele je Region, aus unserer Buchungssuche.
Bereit für den nächsten Familienurlaub?
Finde Familienhotels mit Spielplatz, Supermarkt und Eisdiele in der Nähe — mit dem Umkreis-Check.
Jetzt Familienhotels finden →




