Am Gemündener Maar hing der Nebel so tief über dem Wasser, dass man das gegenüberliegende Ufer nicht sah. Unsere Kinder hatten sich vorher wenig für Vulkane interessiert. Als ich ihnen erklärte, dass sie gerade am Grund eines Kraters stehen und dass hier vor langer Zeit Grundwasser auf Magma getroffen ist, wurde aus dem Spaziergang eine Expedition. Der Rundweg dauerte danach doppelt so lange, weil jeder Stein untersucht werden musste.
Die Eifel ist im Herbst genau dafür gut: Sie liefert Kindern eine Geschichte, die man im Gelände sehen kann. Runde Seen in Trichtern, Lavagestein am Wegrand, Höhlen, Burgen. Und das alles in einer Region, die man von Köln, Bonn, Koblenz oder Trier in ein bis zwei Stunden erreicht.

Warum Herbsturlaub in der Eifel funktioniert
Der große Vorteil ist die Erreichbarkeit ohne lange Anfahrt. Wer im Westen und Südwesten Deutschlands wohnt, verliert keinen Urlaubstag im Auto, und für ein verlängertes Wochenende in den Herbstferien reicht das völlig.
Dazu kommt, dass die Eifel im Oktober optisch am besten aussieht. Buchenwälder färben sich, das Wasser der Maare liegt still, und morgens hängt der Nebel in den Tälern. Preislich merkt man, dass die Hauptsaison vorbei ist, vor allem bei Ferienwohnungen. Ehrlich gesagt gehört zur Eifel aber auch, dass sie ein feuchtes Mittelgebirge ist. Rechnet mit Regen an mindestens einem von drei Tagen und plant entsprechend Alternativen ein, dann ist der Urlaub gerettet.
Die Dauner Maare
Bei Daun liegen drei Maare eng beieinander: das Gemündener Maar, das Weinfelder Maar und das Schalkenmehrener Maar. Zwischen ihnen führt ein ausgeschilderter Weg über die Höhen, der die drei verbindet. Am Weinfelder Maar steht eine kleine Kapelle mit einem alten Friedhof, das ist der Punkt, an dem Kinder üblicherweise Fragen stellen.
Die komplette Runde ist für Grundschulkinder gut zu schaffen, mit Kindergartenkindern nehmt ihr besser nur ein einzelnes Maar. Am Schalkenmehrener Maar gibt es Zugang zum Ufer und eine Liegewiese, dort lässt sich eine Pause machen. Die Wege sind stellenweise steil und im Herbst durch nasses Laub rutschig, feste Schuhe sind kein Luxus.
Wild- und Erlebnispark Daun
Der Wildpark bei Daun ist der zuverlässigste Ausflug der Region, wenn Kinder dabei sind. Man fährt einen Teil der Strecke mit dem eigenen Auto durch die Gehege, in denen unter anderem Damwild und Wisente stehen, danach geht es zu Fuß weiter. Zum Gelände gehören eine Sommerrodelbahn und Spielbereiche.
Wichtig für die Planung: Der Park hat eine Saison und schließt im Spätherbst, außerdem ändern sich die Öffnungszeiten im Oktober. Schaut vor der Fahrt auf die aktuelle Seite, das erspart eine Enttäuschung vor geschlossenem Tor.
Pulvermaar und Gillenfeld
Das Pulvermaar bei Gillenfeld ist das tiefste natürliche Maar der Eifel und im Gegensatz zu vielen anderen ein richtiger Badesee mit Bootsverleih und Strandbad im Sommer. Im Oktober ist Baden kein Thema mehr, aber der Uferrundweg ist flach, kurz und auch mit Kinderwagen machbar. Für einen Nachmittag mit müden Beinen ist das eine gute Wahl.
In der Nähe liegt das Holzmaar, deutlich kleiner und ruhiger, sowie bei Bettenfeld der Windsborn-Kratersee, einer der wenigen Kraterseen nördlich der Alpen, der nicht in einem Maar liegt. Der Aufstieg dorthin ist kurz und für Kinder ab etwa fünf machbar.

Gerolstein: Felsen, Höhle und Greifvögel
Über Gerolstein steht ein Riff aus Kalkstein, das man Gerolsteiner Dolomiten nennt. Vom Ort aus führen Wege hinauf zur Munterley, oben liegt die Buchenlochhöhle, eine begehbare Felshöhle, in der man tatsächlich ein Stück in den Berg hineinkommt. Taschenlampe mitnehmen, das macht für Kinder den Unterschied.
Etwas außerhalb, bei Pelm, liegt der Adler- und Wolfspark Kasselburg. Auf dem Gelände einer Burgruine gibt es Flugvorführungen mit Greifvögeln und ein großes Wolfsgehege. Auch hier gilt: Saisonbetrieb, Zeiten vorher prüfen. Die Vorführungen sind der Grund für den Besuch, ohne sie lohnt sich die Fahrt weniger.
Nürburgring und Burg Nürburg
Am Nürburgring muss niemand Motorsportfan sein, um einen halben Tag zu füllen. Auf dem Gelände gibt es eine Ausstellung zur Geschichte der Strecke, außerdem Kartbahnen und die Möglichkeit, das Fahrerlager anzusehen. An Renn- und Veranstaltungswochenenden ist deutlich mehr los, dann sollte man den Verkehr einplanen.
Direkt daneben steht die Burg Nürburg auf einem Vulkankegel. Der Aufstieg dauert nicht lange, der Turm ist begehbar, und von oben sieht man weit über die Hocheifel. Für Kinder ist die Burg oft interessanter als die Rennstrecke, das sollte man beim Zeitplan berücksichtigen.
Manderscheid: zwei Burgen in einem Tal
In Manderscheid stehen sich Oberburg und Niederburg auf zwei Felsrücken gegenüber, dazwischen liegt das Tal der Lieser. Beide sind zu Fuß erreichbar, die Niederburg ist die größere und besser erhaltene Anlage mit Mauerresten, Türmen und Innenhof. Kinder können dort herumklettern, ohne dass man ständig bremsen muss.
Im Ort erklärt das Maarmuseum, wie die Vulkaneifel entstanden ist, mit Fossilien aus den Sedimenten der ehemaligen Maarseen. Das ist eine der besseren Optionen für einen Regenvormittag, weil es klein und übersichtlich bleibt.
Monschau und das Hohe Venn
Ganz im Norden der Eifel liegt Monschau mit seinen Fachwerkhäusern an der Rur. Die Historische Senfmühle im Ort führt vor, wie Senf mit Mahlsteinen hergestellt wird, und man darf probieren. Die Altstadtgassen sind eng und steil, mit Kinderwagen wird das anstrengend, mit Trage geht es besser.
Von dort ist es nicht weit ins Hohe Venn an der belgischen Grenze. Über das Hochmoor führen lange Holzstege, auf denen Kinder laufen können, ohne nass zu werden. Im Herbst und bei Nebel ist die Stimmung dort ungewöhnlich, teils gespenstisch. Bleibt unbedingt auf den Bohlenwegen, das Moor ist ein Schutzgebiet und daneben tief.
Wenn es regnet: unter die Erde
In Mendig am Ostrand der Eifel liegen die Lavakeller, ein riesiges unterirdisches System aus alten Basaltstollen, in dem früher Bier gelagert wurde. Es ist dort ganzjährig um die sechs bis neun Grad kalt, also Jacke und Mütze mitnehmen, auch wenn draußen die Sonne scheint. Der Lava-Dome darüber erklärt den Vulkanismus mit einer Ausstellung, das ergänzt sich gut.
Eine zweite Option im Norden ist die Kakushöhle bei Mechernich, eine frei zugängliche Felshöhle im Wald, die keinen Eintritt kostet und bei leichtem Regen funktioniert. Etwas weiter liegt Burg Satzvey, eine Wasserburg, die für ihre Veranstaltungen bekannt ist.

Laacher See und die Schmalspurbahn
Der Laacher See ist der größte See der Eifel und selbst ein Vulkankrater. An einer Stelle am Ostufer steigen Gasblasen aus dem Boden auf und blubbern im flachen Wasser, ein Rest der vulkanischen Aktivität. Kinder stehen davor meistens ziemlich lange. Am Ufer liegt die Abtei Maria Laach, deren romanische Kirche man ansehen kann, direkt daneben gibt es einen Kiosk und Wiesen für eine Pause.
Von Brohl-Lützing an der Mündung des Brohlbachs in den Rhein fährt der Vulkan-Expreß auf einer Schmalspurstrecke hinauf in die Eifel. Die Fahrt dauert gut eine Stunde pro Richtung und ist an sich schon das Programm. Die Bahn fährt saisonal und an bestimmten Wochentagen, prüft den Fahrplan vorher.

Nationalpark Eifel und der dunkle Himmel
Rund um den Rursee erstreckt sich der Nationalpark Eifel. Bei Vogelsang gibt es ein Besucherzentrum mit Ausstellungen zur Geschichte des Ortes und zur Natur der Region, dazu barrierearme Wege. Der Nationalpark ist als Sternenpark anerkannt, weil es hier kaum Streulicht gibt. Im Herbst wird es früh dunkel, das heißt, ihr könnt mit Kindern Sterne schauen, ohne dass jemand bis Mitternacht wach bleiben muss. Eine Rotlichtlampe oder rote Folie über der Taschenlampe hilft, damit sich die Augen anpassen.
Anreise und Ausrüstung
Die Eifel ist ein Autoziel. Mit Bahn und Bus kommt man nach Gerolstein, Daun oder Monschau, aber zwischen den Ausflugszielen wird es dünn, gerade am Wochenende. Wer ohne Auto anreist, sollte einen Ort als Basis wählen, von dem aus mehrere Ziele zu Fuß oder mit einer Buslinie erreichbar sind.
An Ausrüstung braucht ihr wenig, aber das Richtige: wasserdichte Schuhe mit Profil, Regenjacken für alle, eine Wechselgarnitur im Auto und eine Taschenlampe pro Kind. Der Höhenunterschied zwischen Tälern und Hochflächen macht sich beim Wetter bemerkbar, oben ist es windiger und kälter, als es unten aussieht.
Beim Essen gilt: Viele Gaststätten in kleinen Eifelorten haben im Herbst Ruhetage oder machen Betriebsferien. Ein Brot im Rucksack ist keine schlechte Idee, wenn ihr an einem Dienstag unterwegs seid.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Eifel
🏡 Familienunterkünfte in Eifel
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Öffnungszeiten von Wildpark Daun, Kasselburg und Vulkan-Expreß vorher prüfen, im Oktober endet vielerorts die Saison.
- Für die Buchenlochhöhle und die Lavakeller in Mendig eine Taschenlampe pro Kind einpacken.
- In den Mendiger Lavakellern ist es ganzjährig einstellig kalt, Jacke und Mütze auch bei Sonne einpacken.
- Auf nassem Buchenlaub an den Maarhängen sind Schuhe mit grobem Profil wichtiger als jede andere Ausrüstung.
- Im Hohen Venn die Bohlenwege nicht verlassen, das Moor ist Schutzgebiet und daneben tief.
Häufige Fragen
Welcher Ort eignet sich als Basis für die Eifel mit Kindern?
Kann man die Maare mit Kinderwagen umrunden?
Was macht man in der Eifel bei Dauerregen?
Geht Eifelurlaub auch ohne Auto?
Beliebte Ziele für den Herbsturlaub
Wetter, Unterkünfte und Ausflugsziele je Region, aus unserer Buchungssuche.
Bereit für den nächsten Familienurlaub?
Finde Familienhotels mit Spielplatz, Supermarkt und Eisdiele in der Nähe — mit dem Umkreis-Check.
Jetzt Familienhotels finden →




