Wir waren gerade eine Stunde in Tirol, da lag mein Sohn schon bäuchlings am Ufer eines Bergbachs und fischte glatte Kiesel aus dem eiskalten Wasser. Kein Handy, kein Quengeln, nur das Rauschen und ab und zu ein Jauchzen, wenn ihm das Wasser über die Waden lief. Ich saß daneben auf einem warmen Stein, trank meinen mitgebrachten Kaffee und dachte: Dafür sind wir hergekommen.
Seitdem fahren wir fast jeden Sommer nach Österreich, mal ins Zillertal, mal an den Wörthersee, einmal ins Salzkammergut. Von zu Hause aus sitzen wir ein paar Stunden im Auto, dann sind wir da. Kein Flughafen, kein Umsteigen, kein Koffergewürge am Gepäckband.
In diesem Beitrag erzähle ich dir, warum Österreich mit Kindern im Sommer so gut funktioniert, welche Ausflüge bei uns wirklich gezogen haben und wo ihr am entspanntesten unterkommt.
Warum Österreich im Sommer perfekt für Familien ist
- Die Wege sind kurz. Vom Parkplatz zur Bergbahn, von der Bergstation zum Spielplatz, vom Ufer zur Eisdiele. Kleine Kinderbeine kommen mit.
- Viele Seen werden im Hochsommer richtig warm, gerade in Kärnten. Da geht Baden auch für die Kleinen, die sonst am Meer nach zwei Minuten blau anlaufen.
- Bergbahnen bringen euch bequem nach oben, und oben warten oft Erlebniswege, Wasserspielplätze und Aussichtspunkte statt eines steilen Aufstiegs.
- Das Essen ist unkompliziert. Kaiserschmarrn, Kasnocken, Schnitzel, ein Glas frische Milch auf der Alm. Selbst wählerische Esser finden etwas.
- Ihr versteht die Sprache und die Beschilderung, könnt beim Wirt nachfragen und wisst, was auf der Speisekarte steht. Das nimmt bei einem Familienurlaub viel Druck raus.
- Schlechtwetter ist kein verlorener Tag. Salzbergwerke, Schwimmbäder und Erlebniswelten fangen den Regen auf.
Die schönsten Ausflüge und Aktivitäten mit Kindern
Swarovski Kristallwelten in Wattens
Als es bei uns einen Tag lang schüttete, sind wir nach Wattens gefahren. Der Riesenkopf im Hang, aus dem das Wasser läuft, hat meine Tochter erst erschreckt und dann magisch angezogen. Drinnen funkeln die Wunderkammern, draußen gibt es einen großen Spielturm und einen Wolkenspielplatz, an dem die Kinder locker zwei Stunden verbringen.
Praktisch: Der Außenbereich lohnt sich auch bei gutem Wetter, dann verteilt sich alles besser.
Krimmler Wasserfälle
Die Krimmler Wasserfälle sind der Klassiker im Salzburger Land, und zwar zu Recht. Der Weg führt in Serpentinen am tosenden Wasser hoch, mit Aussichtskanzeln, an denen ihr klatschnass werdet, wenn der Wind dreht. Wir sind mit den Kindern nur bis zur ersten großen Kanzel, das reicht für gewaltige Bilder und hält die Beine bei Laune.
Zieh den Kindern feste Schuhe an, die Stufen werden vom Sprühnebel glitschig.

Achensee mit der Achenseebahn
Der Achensee liegt zwischen zwei Bergketten und schimmert türkis, wenn die Sonne draufsteht. Wir sind mit der historischen Achenseebahn, einer alten Zahnraddampfbahn, ein Stück hochgezuckelt. Die Kinder standen die ganze Fahrt am Fenster und winkten den Kühen zu. Unten am See gibt es flache Badestellen, Tretboote und eine Schifffahrt über den See.
Area 47 im Ötztal
Für ältere Kinder und Teenager ist die Area 47 am Eingang des Ötztals ein Highlight. Wasserrutschen in allen Steigungen, ein See mit Sprungtürmen und Kletterparcours, dazu Klettern und Rafting in der Umgebung. Meine Große kam am Abend erschöpft und glücklich zurück und redete tagelang davon.
Für kleinere Kinder ist vieles zu wild, das solltet ihr vorher ehrlich einschätzen.
Bergbahn und Erlebnisberg an der Schmittenhöhe
In Zell am See fahrt ihr mit der Bergbahn auf die Schmittenhöhe. Oben ist der Blick auf die Hohen Tauern weit offen, und für die Kinder gibt es Themenwege und Aussichtsplattformen. Wir haben eine leichte Runde gemacht, immer wieder Pause an Bänken, ein Eis an der Bergstation, dann wieder runter mit der Gondel. Kein Stress, viel Aussicht.
Sommerrodelbahn und Alpine Coaster
Fast jede Region hat inzwischen eine Sommerrodelbahn oder einen Alpine Coaster. Man sitzt in einem kleinen Schlitten auf Schienen und saust den Hang hinunter, gebremst wird selbst. Meine Kinder wollten sofort wieder rauf. Prüf vorher das Mindestalter, denn Kleine dürfen oft nur bei einem Erwachsenen mitfahren.

Salzwelten und Bergwerke
In den Salzwelten fahrt ihr mit einer Grubenbahn in den Berg, rutscht auf langen Holzrutschen der Bergleute in die Tiefe und schippert über einen unterirdischen Salzsee. Es ist kühl da unten, also nehmt eine Jacke mit. Bei Regen war das für uns der beste Tag der Woche.
Die schönsten Familienregionen in Österreich
Wo ihr landet, hängt davon ab, was ihr wollt: Berge und Action, warmes Baden oder eine Mischung.
Tirol und das Zillertal
Das Zillertal ist unser Dauerbrenner. Eine breite Talsohle mit Radweg, an den Seiten Bergbahnen und Almen, dazu die Nähe zu Wattens und zum Achensee. Für einen ersten Urlaub in Österreich mit Kindern eine sichere Bank.
Salzburger Land mit Zell am See und Kaprun
Rund um Zell am See habt ihr den See zum Baden direkt neben der Bergbahn auf die Schmittenhöhe. Kaprun mit dem Stausee und dem Gletscher liegt gleich daneben. Berg und Wasser an einem Ort, das spart lange Fahrten mit müden Kindern.
Kärnten mit seinen warmen Seen
Wenn Baden im Vordergrund steht, fahrt nach Kärnten. Wörthersee, Millstätter See und Faaker See werden im Sommer angenehm warm. Wir haben halbe Tage einfach am Ufer verbracht, und niemand hat nach mehr Programm gefragt.
Salzkammergut
Das Salzkammergut zwischen Oberösterreich und Salzburg mischt tiefe Seen wie den Wolfgangsee mit steilen Bergen und alten Orten wie Hallstatt. Die Salzwelten liegen hier, und die Kombination aus Baden und Bergbahn passt gut für gemischte Familien mit unterschiedlichen Interessen.
Wo ihr in Österreich mit Kindern am besten wohnt
Wir haben in den Jahren fast alles ausprobiert. Familienhotels nehmen einem viel ab: Spielzimmer, Kinderbetreuung für ein paar Stunden, Pool und oft ein Buffet, an dem auch die Kleinen satt werden. Dafür zahlt man mehr, und im Sommer sind die guten Häuser früh ausgebucht.
Ein Bauernhof ist unser persönlicher Favorit. Die Kinder helfen beim Melken, sammeln Eier und toben mit dem Hofhund, während wir auf der Bank sitzen. Das kostet oft weniger und fühlt sich echt an. Eine Ferienwohnung gibt euch eigene Küche und Unabhängigkeit, gut bei Babys und kleinen Kindern mit eigenem Rhythmus. Camping am See ist die günstigste und freieste Variante, sofern ihr das Wetter mögt und Kinder habt, die den Trubel auf dem Platz genießen.
Anreise mit Auto und Bahn
Mit dem Auto seid ihr am flexibelsten, gerade mit Gepäck, Kinderwagen und Badezeug. Für die österreichischen Autobahnen braucht ihr eine Vignette, die es als Klebe- oder Digitalvariante gibt, und auf manchen Strecken kommt eine zusätzliche Streckenmaut dazu. Plant an heißen Sommerwochenenden Puffer ein, die Grenzübergänge und die Zulaufstrecken in die Täler stauen sich gern am Samstagvormittag. Wir fahren deshalb lieber früh los oder erst am späten Nachmittag.
Mit der Bahn geht es entspannter, als viele denken. Fernzüge halten in Innsbruck, Salzburg, Villach und weiteren Knoten, von dort bringen euch Regionalbahnen und Postbusse bis in die Täler. Ohne eigenes Auto seid ihr vor Ort auf Busse, Bergbahnen und Fahrräder angewiesen, was in gut erschlossenen Regionen wie dem Zillertal oder rund um Zell am See prima klappt. Viele Gästekarten enthalten sogar den Nahverkehr, fragt bei der Unterkunft nach.
Beste Reisezeit und Tipps
- Juli und August bringen die wärmsten Seen und laufende Bergbahnen, dafür ist mehr los und die Preise ziehen an.
- Anfang Juli und die erste Septemberhälfte sind ruhiger, das Wetter oft noch stabil und die Wege leerer.
- Packt immer eine Regenjacke und eine warme Schicht ein, oben am Berg wird es auch im Hochsommer schnell frisch.
- Reserviert Familienhotels und beliebte Bauernhöfe früh, gute Häuser sind für die Sommerferien Monate im Voraus weg.
- Fragt nach der Gästekarte der Region, sie bringt oft freie Fahrt mit Bahn und Bus sowie Ermäßigungen bei Bergbahnen und Bädern.
- Startet Wanderungen und Bergbahnfahrten am Vormittag, nachmittags ziehen im Gebirge häufiger Gewitter auf.
Wenn ich ehrlich bin, ist es genau diese Mischung, die uns immer wieder zurückbringt. Morgens auf dem Berg, mittags Kaiserschmarrn auf der Alm, nachmittags mit den Kindern im warmen See. Und abends fällt jeder müde und zufrieden ins Bett, wir Großen eingeschlossen. Österreich mit Kindern ist keine große Expedition, sondern ein Urlaub, bei dem sehr vieles einfach passt.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Österreich
🏡 Familienunterkünfte in Österreich
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Vignette vor der Grenze besorgen und bei manchen Strecken die zusätzliche Streckenmaut einplanen.
- Nach der regionalen Gästekarte fragen, sie bringt oft freie Fahrt mit Bus und Bahn sowie Rabatte bei Bergbahnen.
- Wanderungen und Bergbahnfahrten am Vormittag starten, nachmittags drohen im Gebirge Gewitter.
- Immer Regenjacke und eine warme Schicht einpacken, oben am Berg wird es auch im Sommer schnell frisch.
- Familienhotels und beliebte Bauernhöfe für die Sommerferien Monate im Voraus buchen.
- Bei Sommerrodelbahnen und im Alpine Coaster vorher das Mindestalter prüfen, Kleine dürfen oft nur begleitet fahren.
Häufige Fragen
Ist Österreich mit Kindern im Sommer teuer?
Welche Region eignet sich für kleine Kinder am besten?
Kann ich Österreich mit Kindern auch ohne Auto bereisen?
Welche Seen sind zum Baden mit Kindern warm genug?
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