Die Zillertal Arena verteilt sich auf vier Orte und zwei Bundesländer. Zell am Ziller und Gerlos liegen in Tirol, Wald-Königsleiten und Hochkrimml gehören schon zum Salzburger Pinzgau. Alle vier Bereiche hängen per Lift zusammen: rund 150 Pistenkilometer, 52 Bahnen und Lifte, Höhenlagen zwischen 580 und 2.500 Metern. Für Familien entscheidet sich der Urlaub aber selten an der Gesamtgröße, sondern an einer banaleren Frage — an welcher Talstation man morgens steht.
Vier Einstiege, vier verschiedene Ausgangslagen
Zell am Ziller liegt mit 580 Metern am tiefsten Punkt der Arena. Der Ort selbst hat keinen Schnee-Automatismus, das Skigebiet beginnt erst oben — erreichbar mit der Rosenalmbahn oder der Karspitzbahn. Wer hier wohnt, hat kurze Wege zu Geschäften und zur Zillertalbahn, fährt aber jeden Morgen mit der Gondel hinauf und abends wieder hinunter.
Gerlos liegt bereits auf rund 1.250 Metern. Die Dorfbahn Gerlos überwindet in zwei Sektionen 815 Höhenmeter auf 2,6 Kilometern und braucht acht Minuten bis zum Gerloser Vorkogel. Die Isskogelbahn führt von 1.300 auf 1.900 Meter, und genau dort oben sitzt ein Großteil des Kinderangebots.
Königsleiten auf 1.600 Metern ist der Ort für alle, die morgens keine Gondelfahrt mit Kleinkind und Skiern organisieren wollen: Die Unterkünfte sind dort durchgehend ski-to-door angebunden. Hochkrimml auf der Gerlosplatte ist der höchstgelegene Ort der Arena und liegt hinter dem Gerlospass (1.531 m) auf Salzburger Seite.
Die Ausdehnung ist der Haken
Die Arena ist kein kompaktes Gebiet, sondern eine lange Kette über mehrere Bergrücken. Wer morgens in Zell am Ziller einsteigt und bis auf die Gerlosplatte hinüberfahren will, braucht dafür mit Kindern einen erheblichen Teil des Tages, den Rückweg eingerechnet. Jeder Übergang kostet eine Liftfahrt und eine Abfahrt, und die letzte Bahn zurück wartet nicht.
Praktisch heißt das: pro Tag einen Sektor aussuchen, statt die Durchquerung zum Tagesziel zu machen. Der Gewinn der Größe liegt für Familien woanders — eine Woche lang jeden Tag ein anderer Abschnitt, ohne den Skipass zu wechseln, und bei Wind oder schlechter Sicht lässt sich auf die tiefer gelegenen Hänge um Zell und Gerlos ausweichen.
Pisten: was für Kinder passt und was nicht
Die Verteilung: 50 Pistenkilometer blau (rund ein Drittel), 88,1 Kilometer rot, 12 Kilometer schwarz, dazu drei Kilometer Skirouten. Der blaue Anteil ist für ein Gebiet dieser Größe ordentlich, verteilt sich aber ungleich.
Als Anfängerterrain taugt vor allem die breite blaue Piste 32 beim Arena Center in Gerlos. Auch die Gerlosplatte oberhalb von Hochkrimml ist flach und übersichtlich genug für die ersten Schwünge außerhalb des Kinderlands.
Ein Punkt, der viele Familien kalt erwischt: Die Talabfahrt nach Zell am Ziller (Piste 10) ist schwarz. Sie führt seit der Saison 2015/16 von der Mittelstation der Karspitzbahn 2,5 Kilometer und 728 Höhenmeter hinunter und hat gegen Ende bis zu 50 Prozent Gefälle. Mit Kindern plant man den Rückweg also über die Gondel, auch wenn der Nachwuchs oben souverän rote Hänge fährt.
Die längste zusammenhängende Abfahrt trägt den Namen Höhenfresser: vom Übergangsjoch auf 2.500 Metern über die Pisten 22, 19, 18 und 10 durchgehend hinunter nach Zell am Ziller, 1.920 Höhenmeter am Stück. Für sportliche Jugendliche ein Ziel für den letzten Urlaubstag — mit dem Hinweis, dass das Finale eben die schwarze Nummer 10 ist.
Kinderländer: wo die Kleinen tatsächlich stehen
Das größte Übungsgelände liegt an der Rosenalm oberhalb von Zell am Ziller, direkt bei der Bergstation. Dort stehen drei Zauberteppiche und zusätzlich zwei längere Schlepplifte (Plattenanger 1 und 2), dazu Förderbänder und Figuren im Gelände. Die Skischule Lechner betreibt an der Rosenalm ihr ArenaFUNtenland.
In Gerlos gibt es zwei getrennte Anlaufstellen. Michis Kinderland liegt oben an der Bergstation der Isskogelbahn und wird von Michis Skischule betrieben. Im selben Bereich, am Arena Center, laufen mehrere Förderbänder — das obere davon überdacht, mit Photovoltaik auf dem Dach. Unten im Ort betreibt die Skischule Gerlos Total das Kinderland Haberl samt Haberllift. Praktisch, wenn ein Kind noch nicht liftfähig ist und man sich die Bergfahrt sparen möchte.
Auf Salzburger Seite hat die Skischule Krimml ihr Kinderland auf der Gerlosplatte beim Filzstein. In Königsleiten unterrichten die Schischule Königsleiten der Familie Obermoser und die Arena Skischule Unterwurzacher.
Skischulen vor Ort
Rund zehn Skischulen arbeiten in der Arena, verteilt auf die vier Orte:
- Zell am Ziller: Skischule Lechner, Skischule Pro Zell, Skischule Arena
- Gerlos: Michis Skischule, Adventure-Snowsportschule Gerlos Total, Wintersportschule Gerlos
- Königsleiten: Schischule Königsleiten – Obermoser, Arena Skischule Unterwurzacher
- Hochkrimml und Krimml: Skischule Krimml/Hochkrimml, Skischule Gerlosplatte
Die Schulen hängen jeweils an ihrem eigenen Kinderland. Wer in Königsleiten wohnt, bucht sinnvollerweise auch dort — sonst pendelt die Familie morgens quer durch das Gebiet, was mit Ausrüstung und müden Kindern schnell eine Stunde kostet. Gästekindergärten in den Orten nehmen auch Kleinkinder auf, einen Nanny-Service gibt es auf Anfrage. Beides klärt man vor der Anreise, nicht am Ankunftstag.
Funparks und Fun Runs
Für Kinder, die das Kinderland hinter sich haben, ist das Angebot abgestuft. Die FUNty-Piste läuft von der Berg- zur Mittelstation der Rosenalmbahn in Zell am Ziller und ist mit Hindernissen, High-Five- und Soundelementen, Tunneln und Slalomstücken bestückt. Funty selbst ist das gelbe Maskottchen der Arena und hat in Zell am Ziller ein wöchentliches Meet & Greet.
Der Action Park Kreuzwiese in Zell am Ziller hat Lines, Boxen, Rails und Kicker für Einsteiger wie Fortgeschrittene, dazu eine SkiMovie-Strecke, einen Speed Check und eine Chill Area mit Tipi-Zelten. Der Snowpark Gerlos am Vorkogel liegt auf 2.020 Metern und ist über die Dorfbahn Gerlos, den Ebenfeld X-Press und den Vorkogellift erreichbar. Er hat eine Beginner-Area, eine Medium-Section, einen Kids-Snowpark mit kindgerechten Hindernissen und eine XXL-Wellenbahn. Der Funpark Hochkrimml unter der Filzsteinbahn ist bewusst klein gehalten, mit niedrigen Kickern und einem Snake Run.
Die Funslope Gerlos oberhalb des Arena Centers erreicht man mit dem 6er-Sessellift Ebenfeld X-Press.
Schneelage und Saison
88 Prozent der Pisten sind beschneibar, 985 Schneekanonen stehen dafür bereit. Der eigentliche Puffer ist der Höhenunterschied im Gebiet: Während in Zell am Ziller auf 580 Metern im Dezember oft noch Wiese liegt, haben Königsleiten auf 1.600 Metern und die Gerlosplatte darüber deutlich stabilere Bedingungen. Wer früh in der Saison oder im späten März bucht, ist auf der Salzburger Seite meist besser aufgehoben. Die Saison startet üblicherweise Anfang Dezember und endet Mitte April.
Anreise
Mit dem Auto führt der Weg über die Inntalautobahn A12. Aus Richtung Kufstein nimmt man die Ausfahrt Wiesing und fährt über die B171 Richtung Schwaz bis Jenbach, aus Richtung Innsbruck die Ausfahrt Jenbach. Ab der Autobahnausfahrt Zillertal sind es etwa 20 Minuten bis ins Skigebiet.
Mit der Bahn steigt man in Jenbach aus, dem Bahnhof an der Strecke Innsbruck–Kufstein, und fährt mit der Zillertalbahn weiter nach Zell am Ziller. Von dort geht es per Bus hinauf nach Gerlos. Königsleiten und Hochkrimml liegen hinter dem Gerlospass — die Passstraße ist im Winter geräumt, Winterreifen und ein Zeitpuffer gehören trotzdem dazu. Wer aus Richtung Salzburg anreist, fährt über Mittersill und die B165 Gerlosstraße an, für diese beiden Orte der kürzere Weg.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Zillertal
🏡 Familienunterkünfte in Zillertal
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Unterkunft und Skischule im selben Ort buchen: Wer in Königsleiten wohnt und den Kurs in Zell am Ziller bucht, verliert jeden Morgen rund eine Stunde für die Anfahrt.
- Den Rückweg nach Zell am Ziller mit Kindern über die Gondel planen — die Talabfahrt Nr. 10 ist schwarz und hat gegen Ende bis zu 50 Prozent Gefälle.
- Für Termine im Dezember oder Ende März die Salzburger Seite wählen: Königsleiten auf 1.600 m und die Gerlosplatte halten den Schnee länger als Zell am Ziller auf 580 m.
- Kleinkinder, die noch nicht liftfähig sind: Das Kinderland Haberl der Skischule Gerlos Total liegt unten im Ort Gerlos, eine Bergfahrt entfällt damit komplett.
- Gästekindergarten und Nanny-Service vor der Anreise reservieren statt am Ankunftstag.
- Pro Skitag einen Sektor einplanen — der Weg von Zell am Ziller auf die Gerlosplatte und zurück frisst mit Kindern den halben Urlaubstag.
Häufige Fragen
Wie groß ist die Zillertal Arena und wie hoch liegt sie?
Welcher Ort in der Zillertal Arena eignet sich am besten für Familien mit Skianfängern?
Wo sind die Kinderländer in der Zillertal Arena?
Kann man mit Kindern ins Tal nach Zell am Ziller abfahren?
Wie kommt man in die Zillertal Arena?
Beliebte Ziele für den Winterurlaub
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