Acht Märkte auf einer Insel: wie Straßburg im Advent aufgebaut ist
Straßburg hat im Advent nicht einen Weihnachtsmarkt, sondern zuletzt acht, und sie liegen alle auf der Grande Île, der Altstadtinsel zwischen den Ill-Armen. Die Insel ist während der Marktzeit komplett Fußgängerzone, und die 21 Brücken, die hinüberführen, sind rund um die Uhr begehbar. Für Familien heißt das: Ist man einmal drin, kommt kein Auto mehr in die Quere, und die Wege zwischen den Märkten sind kurz.
Der älteste ist der Christkindelsmärik auf der Place Broglie, den es seit 1570 gibt; an seinen heutigen Platz zog er 1871. Auf der Place Kléber steht der große Weihnachtsbaum, den die französische Forstverwaltung jedes Jahr stellt und der mindestens dreißig Meter misst, dazu das Village du Partage mit Ständen gemeinnütziger Vereine. In der Petite France, rund um die Place Benjamin Zix und die Place Saint-Thomas, ist es enger, älter und im Dunkeln am schönsten. Am Münster und im Carré d’Or drängt sich der Rest.
Die Termine wechseln jährlich. Der Rahmen liegt seit Jahren stabil zwischen dem letzten Novemberwochenende und dem 24. Dezember, mit Öffnung am späten Vormittag und Schluss gegen 21 Uhr; am Heiligabend wird früher zugemacht. Vor der Buchung lohnt der Blick auf die aktuellen Daten, weil einzelne Märkte unterschiedlich lange laufen.

Sicherheitskontrollen und Gedränge, was das mit Kindern bedeutet
An den Zugängen zur Insel werden während der Marktzeiten größere Taschen kontrolliert. Das ist seit dem Anschlag von 2018 fester Bestandteil des Konzepts und wird auch offen so kommuniziert. Meist geht es zügig, an starken Abenden entstehen aber Warteschlangen. Der Hinweis der Stadt ist praktisch: Wenn es an einem Zugang steht, geht man einfach zum nächsten, der ist nie weit.
Mit Kindern heißt das konkret: großen Rucksack im Hotel lassen, Kinderwagen möglichst gar nicht erst mitnehmen. Auf der Place Kléber und rund um das Münster steht man abends dicht an dicht, und ein Buggy wird dort zum Hindernis für alle. Eine Trage ist die bessere Lösung, sofern das Kind noch hineinpasst. Für ältere Kinder gilt das Übliche: einen Treffpunkt ausmachen, bevor man losgeht, und dem Kind die Handynummer der Eltern mitgeben.
Voll wird es freitags und samstags ab dem späten Nachmittag, dazu am zweiten und dritten Adventwochenende. Wochentags vormittags kann man die Stände tatsächlich anschauen. Wer nur einen Tag hat, plant den Markt vormittags ein und kommt für die Beleuchtung abends noch einmal kurz zurück, Lichter wirken auf Kinder ohnehin stärker als Kunsthandwerk.
Anreise aus Deutschland: die Tram aus Kehl statt Parkhaussuche
Der häufigste Fehler deutscher Besucher ist der Versuch, in Straßburg zu parken. Die Parkhäuser innerhalb des Ill-Rings sind während des Weihnachtsmarkts geschlossen, die Insel ist gesperrt, und die Suche endet regelmäßig in einer Stunde Stau.
Die einfachste Lösung liegt auf deutscher Seite: In Kehl parken und mit der Straßenbahnlinie D über den Rhein fahren. Park-and-Ride-Flächen gibt es dort am Bahnhof, auf dem Areal Läger und im Parkhaus Centrum; für die Marktzeit wird ein eigenes Park-and-Ride-Ticket angeboten. Die Tram D endet in Kehl am Rathaus und fährt in der Adventzeit dichter getaktet, an Wochenenden ab dem Vormittag, werktags ab dem späten Nachmittag. Aussteigen kann man an der Porte de l’Hôpital oder am Homme de Fer, beides am Rand der Altstadtinsel.
Wer aus Baden oder der Pfalz mit der Bahn kommt, fährt bis Straßburg Hauptbahnhof und ist von dort in wenigen Minuten zu Fuß oder mit der Tram im Zentrum. Alternativ stehen am Straßburger Stadtrand mehrere Park-and-Ride-Anlagen mit Tramanschluss zur Verfügung.
Karussell, warmer Apfelsaft und Männele
Auf der Place Gutenberg steht ein historisches Karussell, das abends im Licht der Buden seine Wirkung entfaltet; eine Fahrt kostete im Herbst 2025 3,50 Euro. Es ist der Programmpunkt, den Kinder unter sechs am zuverlässigsten mitmachen, und in dem Gedränge ringsum eine willkommene Beschäftigung, die nicht aus Warten besteht.

Zu trinken gibt es an fast jedem Stand heißen Apfel- oder Orangensaft mit Weihnachtsgewürzen, die alkoholfreie Antwort auf den Glühwein und bei Kindern beliebt. Zu essen lohnen sich die Bredele, die elsässischen Weihnachtsplätzchen in einem Dutzend Varianten, und rund um den Nikolaustag die Männele, süße Teigmännchen aus Briocheteig. Die Stadt richtet außerdem barrierefreie Routen, Ruhebereiche und Eltern-Kind-Zonen ein, die sind nicht überall ausgeschildert, aber man kann am Infopunkt danach fragen.
Colmar, Riquewihr, Kaysersberg: kompakter, aber enger
Wer schon im Elsass ist, hängt gern einen zweiten Tag in den Dörfern an. Colmar liegt rund siebzig Kilometer südlich von Straßburg und hat mehrere Märkte über die Altstadt verteilt, darunter einen eigenen Kindermarkt in der Petite Venise. Riquewihr und Kaysersberg sind kleiner, mittelalterlich und im Advent beleuchtet.
Zwei Punkte, die man vorher wissen sollte. Erstens die Öffnungstage: Kaysersberg macht seinen Markt nur an den Adventwochenenden von Freitag bis Sonntag auf, zuletzt von 10 bis 20 Uhr. Riquewihr öffnet täglich, zuletzt bis 18.30 Uhr und am Wochenende bis 19.30 Uhr. Wer am Montag anreist, findet in Kaysersberg ein hübsches Dorf, aber keinen Markt.
Zweitens die Enge: Die Gassen in Riquewihr und Kaysersberg sind schmal, und an einem Samstagnachmittag im Advent schiebt man sich im Schritttempo hindurch. Mit Kinderwagen ist das anstrengend, mit einem Dreijährigen an der Hand auch. Beide Orte sind am Vormittag deutlich angenehmer.

Beim Parken hilft dieselbe Logik wie in Straßburg: In Kaysersberg gibt es Park-and-Ride-Flächen am Ortsrand mit kostenlosem Shuttle im Viertelstundentakt bis in den Abend. Zwischen Colmar, Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé verkehren im Advent zusätzlich Weihnachts-Shuttlebusse, freitags stündlich, am Wochenende halbstündlich; das Tagesticket lag 2025 bei 17 Euro pro Person. Für eine vierköpfige Familie ist das kein Schnäppchen, spart aber drei Parkplatzsuchen.
Wenn das Wetter kippt oder alle durch sind
Zwei Adventtage im Freien reichen den meisten Kindern. Straßburg hat für den Rest ein paar verlässliche Ziele im Trockenen.
Le Vaisseau am Stadtrand ist ein Wissenschaftszentrum für Kinder von etwa drei bis fünfzehn Jahren mit über 130 Stationen zum Anfassen. Es ist montags geschlossen, hat ansonsten ganztägig offen und einen kostenlosen Parkplatz vor der Tür, das ist der Ausweichplan für einen Regentag.
Eine Bootsfahrt auf der Ill ist auch im Dezember möglich, die Boote sind überdacht und beheizt. Für Kinder ist die Runde um die Grande Île die bequemste Art, die Stadt zu sehen, ohne zu laufen, und sie dauert etwa so lange, wie ein Sechsjähriger stillsitzt.
Das Straßburger Münster selbst ist mit Kindern zweigeteilt: Unten ziehen Buntglas und die astronomische Uhr, oben lockt die Aussichtsplattform. Der Aufstieg geht über eine enge Wendeltreppe mit vielen Stufen, mit Kindern unter sechs oder mit Höhenangst lässt man das besser.
Ein Zeitplan, der mit Kindern funktioniert
Tag eins: mittags in Kehl parken, mit der Tram hinüber, gegen Mittag über die Place Broglie und die Petite France, warm essen in einem Winstub, danach zurück ins Quartier. Am frühen Abend noch einmal für eine Stunde zur Place Kléber und zum Karussell, dann Schluss, nicht bis 21 Uhr durchhalten wollen.
Tag zwei: früh nach Kaysersberg oder Riquewihr, dort vormittags durch den Ort, nachmittags Colmar oder direkt der Heimweg. Wer beide Dörfer und Colmar an einem Tag unterbringen will, verbringt den Tag zu großen Teilen im Auto und auf Parkplätzen.
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- In Kehl parken und mit der Tram D über den Rhein fahren, die Parkhäuser innerhalb des Ill-Rings sind während des Markts geschlossen.
- Großen Rucksack im Hotel lassen: An den Zugängen zur Altstadtinsel werden größere Taschen kontrolliert.
- Steht es an einem Zugang, einfach zum nächsten gehen, auf die Grande Île führen 21 Brücken.
- Kinderwagen möglichst zu Hause lassen und eine Trage nehmen, vor allem für die Place Kléber und den Münsterplatz am Abend.
- Kaysersberg öffnet den Markt nur freitags bis sonntags an den Adventwochenenden, Riquewihr dagegen täglich.
- Zwischen Colmar, Kaysersberg, Riquewihr und Ribeauvillé fahren im Advent Shuttlebusse, das spart drei Parkplatzsuchen.
Häufige Fragen
Wann findet der Weihnachtsmarkt in Straßburg statt?
Gibt es Sicherheitskontrollen am Straßburger Weihnachtsmarkt?
Wo parkt man am besten, wenn man aus Deutschland kommt?
Lohnt sich der Ausflug nach Colmar oder in die Dörfer mit Kindern?
Was macht man in Straßburg mit Kindern bei Regen?
Was essen und trinken Kinder auf dem Markt?
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