Meine Tochter war knapp drei, als sie zum ersten Mal ohne Zögern in einen See gelaufen ist. Am Ostufer des Wörthersees, vormittags um zehn, das Wasser flach und so warm, dass ich als Erwachsener beim Reinwaten kurz dachte, jemand hätte den See beheizt. Sie hat sich hingesetzt, mit den Händen geplanscht und wollte gar nicht mehr raus. Genau dieser Moment hat für uns entschieden, dass wir jeden Sommer wiederkommen.
Ich schreibe das hier, weil ich vorher jahrelang gedacht habe, ein Badeurlaub mit kleinen Kindern muss ans Mittelmeer gehen. Muss er nicht. Kärnten liegt für uns aus Süddeutschland näher, die Fahrt ist entspannter und das Wasser steht dem Meer im Hochsommer in nichts nach.
In diesem Text erzähle ich dir, wie ein Urlaub am Wörthersee mit Kindern bei uns wirklich abläuft, was sich gelohnt hat und was ich beim nächsten Mal anders machen würde.
Warum die Kärntner Seen perfekt für Familien sind
- Sehr warmes Wasser: Die Kärntner Badeseen heizen sich im Sommer stark auf, der Wörthersee erreicht in guten Wochen bis etwa 27 Grad. Für kleine Kinder ist das der entscheidende Punkt, sie zittern nicht, weinen nicht und bleiben stundenlang im Wasser.
- Viele Strandbäder haben lange, flach abfallende Uferzonen, in denen die Kleinen sicher stehen und sitzen können, während die Eltern in Reichweite bleiben.
- Das Wasser ist an vielen Stellen klar genug, dass die Kinder ihre eigenen Füße und die kleinen Fische sehen, das beschäftigt sie erstaunlich lange.
- Rund um die Seen liegen so viele familientaugliche Ausflugsziele dicht beieinander, dass man an einem Regentag nie ratlos dasteht.
- Die Wege sind kurz, oft parkt man zehn Minuten vom Wasser entfernt, das spart Nerven mit müden Kindern.
- Es wird durchgehend Deutsch gesprochen, das nimmt beim ersten Familienurlaub im Ausland viel Druck raus.
Die schönsten Ausflüge und Aktivitäten mit Kindern
Pyramidenkogel und die lange Rutsche
Der Pyramidenkogel ist ein Holzturm über dem Südufer, und von oben siehst du den ganzen See liegen. Für Kinder zählt aber vor allem eins: die Rutsche, die sich innen vom Turm nach unten windet. Mein Sohn ist sie an einem Nachmittag bestimmt sechsmal gefahren.
Wir sind früh hoch, bevor die Sonne richtig knallt, und haben oben in Ruhe geschaut. Kleine Kinder dürfen bei der Rutsche auf dem Schoß eines Erwachsenen mit, das haben wir so gemacht.

Minimundus in Klagenfurt
Minimundus ist ein Park voller Modelle berühmter Bauwerke, alle im Miniaturformat und begehbar drumherum. Klingt erst mal nach Erwachsenenprogramm, funktioniert bei Kindern aber gut, weil sie plötzlich neben dem Eiffelturm stehen, der kaum größer ist als sie selbst.
Wir haben hier gut zwei Stunden verbracht. Zwischendurch gibt es Wasserstellen und Platz zum Laufen, das braucht es bei den Kleinen auch.
Reptilienzoo Happ
Der Reptilienzoo Happ liegt ebenfalls in Klagenfurt und ist unser sicherer Regentag-Plan. Schlangen, Krokodile, Schildkröten, dazu Nachbildungen von Dinosauriern im Außenbereich. Meine Tochter fand die großen Schildkröten am spannendsten, mein Sohn stand lange vor dem Krokodilbecken.
Wörthersee-Schifffahrt
Einmal im Urlaub setzen wir uns auf ein Schiff und lassen uns über den See fahren. Für Kinder ist allein das An- und Ablegen ein Erlebnis, und man sieht die Villen und Orte am Ufer aus einer ganz anderen Perspektive. Wir sind an einer Station zugestiegen und ein paar Orte weiter wieder raus, das reicht als Dauer für kleine Kinder völlig.
Tretboot und SUP direkt am Strandbad
An einem Tag, an dem meinen Kindern das reine Baden zu wenig war, haben wir am Strandbad ein Tretboot gemietet. Für Kinder ist das großes Kino, sie treten wie wild, lenken in die falsche Richtung und lachen die ganze Zeit. Wir sind ein Stück raus, haben in Ufernähe geankert und die Kleinen vom Boot aus ins Wasser hüpfen lassen, natürlich mit Schwimmweste.
Wer selbst gern paddelt, leiht sich ein Stand-up-Paddle-Board. Ein Kind sitzt vorn drauf, ein Elternteil steht oder kniet dahinter, und man gleitet gemütlich am Schilf entlang. Das warme Wasser nimmt die Angst vor dem Reinfallen komplett raus, umkippen gehört bei uns fest zum Spaß dazu.
Affenberg und Adlerarena bei Landskron
Etwas westlich, Richtung Villach, liegen zwei Ziele nah beieinander. Am Affenberg Landskron leben Japanmakaken frei in einem großen Waldstück, und du gehst mitten durch ihr Gebiet, während ein Guide erzählt. Die Affen kommen nah heran, das fasziniert Kinder enorm.
Gleich bei der Burg Landskron zeigt die Adlerarena Greifvögel im Flug. Beides zusammen füllt einen kompletten Vormittag, wir haben es an einem Tag mit etwas kühlerem Wetter gemacht, an dem uns der See nicht gelockt hat.

Die schönsten Seen und Orte
Wörthersee mit Klagenfurt und Velden
Der Wörthersee ist der größte der Kärntner Badeseen und der, an dem wir am meisten Zeit verbringen. Am Ostufer liegt Klagenfurt mit dem großen Strandbad Klagenfurt, einer weitläufigen Anlage mit Liegewiesen, flachen Einstiegen und genug Platz, dass die Kinder herumtoben können, ohne dass man ständig aufspringt.
Am Westufer liegt Velden, lebhafter und bekannter für seine Promenade. Uns ist Velden abends zu voll mit den Kindern, für einen Eisbummel am frühen Abend ist es aber schön. Sehenswert ist auch Maria Wörth, ein kleiner Ort auf einer Halbinsel mit zwei Kirchen direkt am Wasser, ein kurzer, ruhiger Spaziergang mit Kindern.
Faaker See
Der Faaker See westlich des Wörthersees ist kleiner und hat dieses fast türkise Wasser, das man auf Kärnten-Bildern sieht. Er wirkt ruhiger und ist einen Tagesausflug wert, wenn man dem Trubel am großen See entkommen will. Wir haben dort einen ganzen Tag am Ufer verbracht und kaum jemanden gesehen, das Wasser war genauso warm wie am Wörthersee.
Millstätter See
Der Millstätter See liegt weiter nördlich und ist tiefer, dadurch wird er nicht ganz so warm wie der Wörthersee, bleibt im Hochsommer aber angenehm. Rundherum ist es grüner und stiller, eine gute Alternative für Familien, die es entspannter mögen.

Wo ihr am Wörthersee mit Kindern am besten wohnt
Wir haben inzwischen alle drei Varianten durch. Ein Familienhotel direkt am See nimmt dir viel ab, Frühstück steht bereit, oft gibt es einen eigenen Badesteg und einen Spielbereich, und nach dem Baden bist du in Minuten am Zimmer. Das ist unser Favorit für die Jahre mit ganz kleinen Kindern.
Achte bei einem Hotel darauf, ob wirklich ein eigener Seezugang dabei ist. Manche Häuser liegen zwar am Ufer, teilen sich die Badestelle aber mit einem öffentlichen Bad, was an heißen Tagen voll wird. Ein Haus mit eigenem Steg und flachem Einstieg war für uns jeden Aufpreis wert, weil wir spontan zwischen zwei Mahlzeiten nochmal ins Wasser konnten.
Eine Ferienwohnung geben wir jedem Recht, der wie wir gern selbst frühstückt und abends mit müden Kindern nicht mehr in ein Restaurant will. Eine kleine Küche und ein bisschen Platz zum Wäschetrocknen machen den Unterschied, wenn man mit Sandspielzeug und nassen Badesachen jongliert. Wir buchen bewusst eine Wohnung mit Balkon oder kleiner Terrasse, damit die Kinder nach dem Abendessen noch draußen spielen und wir in Ruhe sitzen können.
Camping ist am Wörthersee groß, viele Plätze liegen direkt am Ufer mit eigenem Badebereich. Für Kinder ist ein Campingplatz ein einziger Abenteuerspielplatz, man findet sofort Anschluss und die Kleinen laufen den ganzen Tag von einem Spielkameraden zum nächsten. Achte bei der Buchung darauf, dass der Platz eine flache Badestelle hat, das steht meist in der Beschreibung.
Egal welche Variante, ich würde immer eine Unterkunft am See selbst einer günstigeren im Hinterland vorziehen. Mit kleinen Kindern zählt jede Minute Anfahrt zum Wasser doppelt, und der kurze Weg zwischen Mittagsschlaf und Nachmittagsbad hat uns mehr entspannte Stunden geschenkt als jedes Sparangebot weiter weg.
Anreise mit dem Auto
Aus Deutschland fahren wir über die Tauernautobahn und dann durch den Tauerntunnel Richtung Süden, das ist die klassische Route nach Kärnten. Wer aus dem Osten oder über Slowenien kommt, nutzt die Karawanken. Für Österreich brauchst du eine Vignette, dazu kommt beim Tauerntunnel und beim Karawankentunnel eine gesonderte Maut, das solltest du vorher wissen und einplanen.
Wir starten früh, damit die Kinder den ersten Teil verschlafen, und legen im Salzburger Land eine längere Pause mit Bewegung ein. Mit dem Zug geht es ebenfalls, Klagenfurt und Villach sind gut angebunden, vor Ort ist dann aber ein Auto oder viel Geduld mit Bus und Schiff nötig, um die Ausflugsziele zu erreichen.
Beste Reisezeit und Tipps
- Für das warme Wasser sind Juli und August die sichersten Monate, dann erreicht der Wörthersee seine Höchsttemperaturen.
- Wer es ruhiger mag, fährt im Juni oder in der ersten Septemberhälfte, das Wasser ist dann oft noch angenehm warm und die Bäder deutlich leerer.
- Geht morgens ins Strandbad, dann habt ihr Schatten unter den Bäumen und einen guten Platz, bevor der Andrang kommt.
- Packt Badeschuhe ein, an manchen Einstiegen liegen Steine, und kleine Füße danken es euch.
- Nehmt für jeden Ausflug ausreichend Wasser mit, im Hochsommer wird es in Klagenfurt richtig heiß.
- Plant pro Tag nur eine größere Unternehmung, alles andere überfordert kleine Kinder und euch gleich mit.
Ein paar Dinge haben wir uns über die Jahre angewöhnt, die den Unterschied machen. Wir nehmen immer einen Sonnenschirm oder ein Strandmuschel mit, weil die Liegewiesen zwar Bäume haben, die schattigen Plätze am Vormittag aber schnell belegt sind. Für die ganz Kleinen packen wir eine aufblasbare Wanne ein, die wir im flachen Wasser aufstellen, so haben sie ihren eigenen kleinen Pool und wir einen ruhigen Kaffee.
Und wir planen bewusst faule Tage ein, an denen wir gar nichts vorhaben außer See. Gerade beim Wörthersee mit Kindern ist die Versuchung groß, jeden Ausflug mitzunehmen, aber die entspanntesten Erinnerungen sind bei uns die Vormittage, an denen wir einfach am Wasser saßen und die Kinder sich selbst beschäftigt haben.
Wenn ich an unsere Sommer am Wörthersee denke, sehe ich vor allem meine Kinder, die stundenlang im warmen Wasser sitzen und gar nicht verstehen, warum wir irgendwann raus wollen. Für uns ist der Wörthersee mit Kindern genau die Mischung aus einfachem Badeurlaub und genug Programm für die Tage, an denen mehr sein soll. Nächstes Jahr sind wir wieder dort, so viel steht fest.
Beliebte Familien-Aktivitäten in Wörthersee
🏡 Familienunterkünfte in Wörthersee
☀️ Praktische Tipps für euren Familienurlaub
- Für das wärmste Wasser Juli und August wählen, für leerere Bäder Juni oder Anfang September.
- Morgens ins Strandbad gehen, dann bekommt ihr Schattenplätze unter den Bäumen.
- Badeschuhe einpacken, manche Einstiege sind steinig.
- Pro Tag nur eine größere Unternehmung planen, sonst sind kleine Kinder überfordert.
- Bei Campingplatz oder Unterkunft auf eine flache Badestelle achten, das steht meist in der Beschreibung.
- Für die ganz Kleinen eine aufblasbare Wanne mitnehmen, im flachen Wasser wird daraus ihr eigener kleiner Pool.
Häufige Fragen
Wie warm wird das Wasser im Wörthersee wirklich?
Welcher Kärntner See eignet sich am besten für kleine Kinder?
Was kann man am Wörthersee bei Regen mit Kindern machen?
Wie reist man am besten an den Wörthersee an?
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